Las Lajas

Nach vielen archäologischen Entdeckungen war es jetzt langsam Zeit für ein bisschen christlichen Segen bevor ich Kolumbien verlasse. Schliesslich ist man ja hier sehr gläubig und vor allem geht man davon aus, dass die Religion alle Mittel heiligt, die man hier so verwendet, um im Leben weiter zu kommen.
Am 29. September 2017 war es schon wieder nichts mit Ausschlafen, denn ich wollte den Bus um 8 Uhr nach Ipiales bekommen. Man konnte mal wieder keine Fahrkarte im Voraus kaufen, also musste ich früh am Bahnhof sein. Zudem hiess es, dass man diese Strecke auf keinen Fall nachts fahren sollte, weil es immer noch zu vielen Überfällen auf Busse kommt.

Es war kein Problem eine Fahrkarte zu bekommen und einen guten Platz im Bus der Firma Bolivariano ebenfalls; ich saß ganz vorne in der Hoffnung nicht wieder die Reisekrankheit zu bekommen. Leider hat auch das nicht geholfen; bei den vielen Serpentinen zusammen mit der sehr abgehackten Fahrweise des Busfahrers war es einfach unmöglich. Mir wurde es sehr schnell sehr schlecht und es waren lange 8 Stunden, wovon ich versucht habe möglichst viel zu verschlafen.

Als ich endlich in Ipiales angekommen bin, musste ich tatsächlich zuerst mal frische Luft schnappen, bevor ich weiter nach Las Lajas fahren konnte. Direkt vor dem Busbahnhof taumeln sich die Taxifahrer, um die Fahrgäste nach Las Lajas zu bringen. Es sind nur 5 km und die Fahrt kostet COP 2.500.

In Ipiales angekommen, bin ich zuerst mal zur Casa Pastoral gegangen. Es ist ein Hotel, das im Reiseführer empfohlen wurde und tatsächlich war es gut und günstig. Ich habe für eine Nacht in einem kleinen aber feinen und sauberem Einzelzimmer mit Bad, einem bequemen Bett und abendlicher Musikstunde (eine Gruppe, die dort auch untergekommen ist, hat abends noch gebetet und immer wieder gesungen) COP 15.000 bezahlt, was absolut in Ordnung war.

Da es mittlerweile Zeit fürs Abendessen war, bin ich losgezogen und habe festgestellt, dass es gar nicht so einfach ist hier etwas zum Essen zu kaufen. Nach langem Suchen habe ich was gefunden, einen gebratenen Fisch mit Reis und etwas Salat, aber der Knaller war es jetzt nicht. Zusammen mit einem Bier hat es aber seinen Zweck erfüllt.

Las Lajas liegt auf 2900 m und man kommt hierhin, um die Kathedrale zu bewundern, die in dem Canyon über dem Guaitara Fluss gebaut wurde. Der Legende nach entstand die Kathedrale, weil im 18. Jahrhundert der Tochter einer Indianerin die Maria erschienen ist. Die heutige Kathedrale ist die dritte, die mittlerweile an derselben Stelle gebaut wurde; die erste wurde damals nur aus Holz und Stroh gebaut, dann durch eine zweite, viel größere ersetzt, die wiederum von den Kirchgängern zwischen 1916 und 1953 durch die heutige Version der Kirche ersetzt wurde.
Viele Pilger kommen jährlich hierhin und es gibt viele Legenden über die Erscheinungen von der Jungfrau Maria rund um die Kirche.

Nachdem ich mir die Kirche angesehen habe und ein paar Kerzen gezündet habe (hier in Kolumbien hat man für alles, wofür man betet eine andere Farbe der Kerze, also habe ich einfach von jeder Farbe eine angezündet), bin ich wieder aufgebrochen und zwar in Richtung Ecuador.
Die Kirche ist wunderschön und wenn man die Grenze nach oder von Ecuador hier überquert, dann sollte man sich sicherlich einen Tag Zeit nehmen, um sie zu sehen, bevor man weiterfährt.

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