Las Terrazas

Las Terrazas ist ein kleines Ökodorf (UNESCO-Biosphärenreservat in der Zwischenzeit), das zwischen Vinales und Havanna liegt und auf Terrassen gebaut wurde (daher auch der Name), das aber verhältnismäßig wenige Touristen besuchen. Es ist etwas beschwerlich hinzukommen und man glaubt immer noch, dass es dort nur eine einzige Unterkunft gäbe – ein super teures Hotel Moca, in dem man pro Nacht und Person CUC 250 bezahlt. Das stimmt aber nicht ganz so, es gibt einige Casa Particulares, die zwar auch ihren Preis von CUC 25 (inklusive Frühstück) haben, aber immer noch günstiger als dieses Hotel sind.

Da Las Terrazas so sehr als Wandergebiet angepriesen wird, habe ich beschlossen auf meinem Weg zurück nach Havanna dort auch ein paar Tage zu verbringen. Es ist tatsächlich etwas kompliziert dorthin zu kommen; in Vinales wollte ich meine Busfahrkarte für den 21. November 2017 kaufen, die man mir morgens noch zugesichert hat, nur nicht verkaufen konnte, weil die Frau, die am Schalter saß, das Verkaufssystem nicht benutzen könnte, aber dem Mann, der gleich wieder kommen sollte bescheid gibt und so meine Reservierung weiterleitet. Als ich nach der Wandertour schnell nach Vinales ging, um diese Fahrkarte, die man vor 17 Uhr abholen und bezahlen sollte, abzuholen, stellte es sich heraus, dass diese Frau, die meine Reservierung entgegen nahm, dort angeblich gar nicht arbeitet und man sie auf einmal gar nicht dort gesehen haben wollte. Weiterhin hiess es, dass die Busse nach Havanna (und damit nach Las Terrazas) 5 Tage im Voraus ausgebucht sind und ich nur noch die Möglichkeit hätte am nächsten Morgen den Tag an der Bushaltestelle zu verbringen und zu hoffen, dass einer der Fahrgäste nach Havanna nicht erscheint und ich damit einen Sitz im Bus ergattern kann. Habe ich schon erwähnt, dass falls nicht genug Gäste nach Las Terrazas fuhren, der Bus auch nicht dahin fuhr? ;))) Da ich ja unbedingt weiter wollte, weil ich noch genug Zeit in Las Terrazas zum Wandern haben wollte, habe ich mir ein Taxi gesucht, dass mich für CUC 15 am nächsten Morgen hingefahren hat. Auch wenn der Preis schon fest verhandelt war, hatte der Fahrer morgens die Hand nach CUC 20 ausgestreckt, die ich höflich, aber bestimmt zurück gewiesen habe. Auch als er mir auf einmal eröffnete, dass ich den Fahrpreis im Voraus zu bezahlen hätte, habe ich ihm erklärt, dass es keine Vorauszahlung gibt. Es funktionierte auch ohne sehr gut. 😉

Nach 2 Stunden und einigen Anhaltern, die wir unterwegs mitgenommen haben (meist Polizisten, daher war ich sehr entspannt), kam ich in dem angepriesenen Ökodorf an. Es war schön, aber ich muss sagen, dass ich mir von Anfang an sehr fehl am Platz vorgekommen bin. Die so einfach zu findenden Casa Particulares waren nur mit Hilfe des ‚Dorfagenten‘ (ein älterer Mann, der am Parkplatz stand, wo die Taxis anhielten, stand) zu finden. Er war zwar sehr nett, aber das Problem war ein wenig, dass er ein bisschen machte, was er wollte – er fragte zwar, was man als Unterkunft suchte, aber schlussendlich hat er einen dahin geführt, wo seine Präferenzen lagen. Nun ja, ich landete bei einem recht arroganten und vorlautem Hausbesitzer, aber ich hatte ein Dach über dem Kopf.
Ursprünglich war die Idee in Las Terrazas zu zelten, aber auch hier ist der Campingplatz nur für Kubaner reserviert und daher hatte ich gar keine Chance dort zu zelten. Also war ich auf die Güte der Besitzer angewiesen. Nachdem ich mich eingerichtet habe, habe ich meinen Tagesrucksack gepackt und mich auf den Weg gemacht, das Dorf und die nächste Umgebung zu inspizieren. Nun ja, nach 20 Minuten war ich fertig – es gibt hier buchstäblich Nichts. Die Leute im Dorf mögen es auch nicht besonders, dass Touristen nach Las Terrazas kommen und sind daher auch recht unfreundlich und reserviert.
Wenn man hierhin kommt, sollte man unbedingt Essen einpacken – es gibt nur einen ganz kleinen Laden, in dem man insbesondere Tiefgefrorenes und Süßes kaufen kann. Ansonsten gibt es zwei kleine Dorfkneipen, die auch Essen servieren und dieses extra teure Hotel, wo man etwas zu Essen bekommt. In der Casa Particulares wollte ich nicht essen; irgendwie hatte ich das Gefühl, dass man mich hier nur ausnehmen wollte. Das Frühstück war schon nicht besonders und ich wollte das Abendessen nicht probieren. Als ich am nächsten Tag nach der Wanderung in eine der Dorfkneipen zum Essen gegangen bin und für nur CUC 3 ein vollständiges Essen bekommen habe, wurde ich in meiner Entscheidung bestätigt. Es war sehr lecker und kostete nur einen Bruchteil davon, was ich an meinen Gastgeber bezahlt hätte und ich hatte Unterhaltung noch inklusive – die Bedienungen waren alle samt gut angetrunken und damit sehr lustig.

Es fühlte sich alles nicht so toll an, aber jetzt war ich hier und wollte am nächsten Tag das so sehr angepriesene und wunderschöne Wandergebiet erkunden, das sich direkt hinter dem Dorf befand. Zu meinem Erstaunen saßen morgens noch zwei weitere Gäste am Frühstückstisch, ein Pärchen aus Frankreich, Medarin und William und wir beschlossen zusammen wandern zu gehen. Die beiden sind nachts angekommen. Nach einer knappen Stunde kamen wir schon zu der naturgeformten Badestelle des San Juan. Es ist ein Naturschwimmbecken an einer breiten Stelle des San Juan Flusses. Das Wasser ist recht frisch, aber trotzdem kommen viele Leute hin, um dort schwimmen zu gehen. Wir hatten das auch vor, nur leider habe ich meinen Bikini vergessen, schaute damit den anderen beim Schwimmen zu und genoss den Schatten und die Kühle Luft.

Nach dem Schwimmen bestiegen wir den Lomo del Taburete (Che-Hügel); den Hügel, den Che Guevara mit seinen 38 Guerillas vor dem Zug nach Bolivien bestiegen zum Trainieren bestiegen hat (Höhe Hügel: 550 m, Höhe Bolivien: ab 2000 m ……. ;)). Natürlich wollte man uns einen Fremdenführer aufdrücken, aber wir haben beschlossen, dass wir vernünftig denkende erwachsene Personen sind, die es auch ohne Fremdenführer schaffen einen Hügel alleine hoch zu gehen (zudem es ganz klar war, welcher Hügel es war) und sind alleine gegangen. Es war eine sehr gute Entscheidung gewesen: wir gingen querfeldein einfach nur hoch und kamen nach einer guten Stunde bei dem Monument, das für Che und seine Leute irgendwann gebaut wurde, wohlbehalten an. Die Aussicht war atemberaubend, genauso wie die Hitze, die das Hochgehen etwas anstrengender machte als erwartet. Wir haben uns Zeit gelassen die Aussicht zu geniessen und uns zu erholen und sind erst nach einer knappen Stunde wieder in Richtung Las Terrazas zurück gegangen. Es war um 16 Uhr herum, als wir dort angekommen sind und uns zuerst ein kühles Bier am See gönnten – das hat vielleicht gezischt! 😉

Am nächsten Tag schon bin ich morgens früh um 8 Uhr mit einem holländischen Vater-Tochter-Gespann nach Havanna aufgebrochen. Ich habe sie im Hotel bei einem Cuba-Libre getroffen und da sie ein Auto gemietet und noch Platz darin übrig hatten, haben sie sich bereit erklärt mich mitzunehmen.

Im Großen und Ganzen war Las Terrazas schön, aber irgendwie kam ich dort nicht wirklich an und fühlte mich nicht sooooo toll, wie ich es mir anhand der im Reiseführer gelesenen Informationen vorgestellt habe. Die Wanderung zum Che-Hügel war nett und das Naturschwimmbad ebenfalls, aber ich habe mir etwas ganz anderes vorgestellt nachdem ich den Reiseführer gelesen habe und war daher enttäuscht. Es gilt als ein Outdoorreservat, ist es aber in meinen Augen nicht und ich denke, dass die Bewohner daher meinen, es sei etwas gaaaanz besonderes. Ich habe das nicht so empfunden, aber am besten ist es doch einmal hinzufahren, sich das ganze selbst anzusehen und dann zu entscheiden, ob man es mag oder nicht. 😉

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Ein Kommentar zu „Las Terrazas

  1. Die Bilder finde ich sehr ansprechend. Schade, dass die Wanderung nicht ganz das gehalten hat, was Du Dir davon versprochen hast. Aber so ist das nun mal. Und bei allem auch eine Geschmackssache.

    Liebe Grüße aus Limburg an der Lahn, Jörg

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