Schlusswort

Meine lieben Leser, alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei ….. Leider auch diese Reise. Es war wohl das beste, was ich jemals in meinem Leben gemacht habe, diese Reise anzutreten. Sie dauerte etwas länger als ein Jahr, aber sie war jeden Tag und jeden Cent, den ich dafür ausgegeben habe, mehr als wert. Ich bin so froh, dass ich mich getraut habe. Wenn ihr auch eine Möglichkeit habt, dann macht es – ich verspreche euch ihr werdet es nicht bereuen.

Ich habe hier viel gelernt; über die Welt, mich selbst, andere um mich rum, meine Sichtweise auf viele Sachen geändert, Millionen neue Leute und Kulturen kennen gelernt, meiner Bucketliste viele Ticks verpasst etc etc etc. Unter anderem auch, dass ich mir noch einen Traum verwirklichen will und dabei einigen von euch oder euren Freunden helfen möchte – den Pacific Crest Trail zu gehen und dabei Spenden für die SoMA e.V. zu sammeln. Schaut rein und helf mir, dass im Oktober, wenn ich hoffentlich in Kanada angekommen bin, das Konto der SoMA e.V. prall voll ist und den Menschen, die von der SoMA e.V. unterstützt werden so geholfen werden kann. Klickt auf http://soma-ev.de/cami-for-soma/ , spendet und teilt den Link mit der ganzen Welt!!! Vielen Dank schon mal im Voraus.

Den Blog werde ich nicht mehr weiterführen, weil ich auf dem Trail nicht die Mögölichkeit haben werde, aber ich verspreche euch, dass ich es nachholen werde, wenn ich wieder da bin.

Vielen Dank euch für fleissiges Lesen, Liken, Linken und Interessiert-Bleiben. Ich würde mich freuen, wenn ihr mich beim PCT-Spendenprojekt genauso unterstützen würdet!!! Bis dann; ich freue mich auf Eure Unterstützung.

Eure Cami

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Cruise

Nachdem ich Wochen damit verbracht habe im Internet zu recherchieren und Reisebüros zu besuchen, alles auf der Suche nach dem mehr oder minder perfekten Schiff um die Galapagos-Inseln herum, war es heute endlich so weit.
Es war der 21. Oktober 2017, morgens um 5.30 Uhr – ich habe noch nicht wirklich ausgeschlafen seitdem ich auf den Galapagos Inseln gelandet bin. 😉 Um 6.30 Uhr trafen wir uns mit Jenn und Jerome am Pier, wo uns das Schiff zuerst mal auf die Insel Santa Cruz brachte, von wo aus unser Schiff, Galaxy II um 12.30 Uhr ablegte. Nachdem wir endlich ins Boot eingestiegen waren, das Gepäck wurde separat eingeladen und ich schon am frühen Morgen eine Tablette gegen Reisekrankheit genommen habe, ging es gegen 7 Uhr los in Richtung Santa Cruz. Die Abfertigung verlief ein wenig chaotisch, denn plötzlich standen 3 Leute mit Passagierlisten am Pier und jeder versuchte alle Passagiere, die auf seiner Liste standen, zusammen zu rufen. Ich schlief während der Fahrt nach Santa Cruz teilweise und bekam nicht alles mit, bin aber pünktlich wach geworden, als Kekse und Saft ausgeteilt wurden. Da ich heute mal ausnahmsweise nicht gefrühstückt habe (man sagte mir, es wäre besser nicht zu frühstücken, wenn man seekrank wird), kamen die Kekse wie bestellt. Ich habe trotz Hunger nur vorsichtig gegessen, damit auch weiterhin nichts passiert.
Als wir um kurz vor 9 Uhr an der Insel Santa Cruz ankamen, hielten wir ein Stück davon entfernt an und wurden gebeten auf ein Taxi umzusteigen; das große Gepäck würde nachkommen. Als das Taxi 2 m von dem Boot weggefahren ist, hielt der Kapitän an und verlangte von jedem USD 0,50 für den Transport. Jenn, Jerome und ich waren schockiert, denn wir haben für den Transport von San Cristobal nach Santa Cruz schon USD 30 bezahlt und jetzt sollten wir für geschätzte 50 m nochmal bezahlen?!?!?! Wer mich etwas kennt, weiss wie das ausgegangen ist – ich habe es nicht bezahlt. Der Kapitän des Taxis rief die Ordnungshüter, die vom Pier aufs Boot kamen und mir nochmal erklärten, es sei so. Daraufhin erklärte ich ihnen (wie dem Kapitän auch schon), dass ich die vorhin genannten USD 30 von Insel zu Insel bezahlt habe und nicht von Insel zu Wasser und ich es daher nicht bezahlen werde. Mit diesen Worten ging ich von Board und wartete auf meinen Rucksack, der wenige Minuten später kam. Ich fand das eine bodenlose Frechheit und habe diese USD 0,50 aus Prinzip nicht bezahlt.
Wir hatten jetzt noch 3,5 Stunden Zeit, um etwas zu frühstücken, uns Neoprenanzüge für die komplette Woche auszuleihen, nach einem Hostel nach unserem Cruise zu suchen und ein wenig über den Vorfall vorhin zu diskutieren. 😉
Wir haben alles der Reihe nach innerhalb vorgegebener Zeit erledigt, hatten sogar noch Zeit, um uns ein wenig auszuruhen und standen wie man uns darum gebeten hat um 12.30 Uhr am Pier und warteten auf unser Boot. Mehr oder minder pünktlich kam auf einmal eine Frau auf uns zu und fragte uns sehr forsch, ob wir auf Galaxy II warteten. Wir bejahten und sie stellte sich als Patrizia vor; mehr haben wir nicht gewusst. Wir schauten uns alle sehr verdutzt an, sagten aber nichts mehr dazu. Innerhalb der nächsten Stunde haben wir gesagt bekommen, dass sie unsere Fremdenführerin ist. Kurz darauf kamen noch weitere Leute an und recht gleichzeitig auch die Zodiaks (Schlauchboote) der Galaxy II. Wir wurden begrüßt und gebeten einzusteigen. Es war gar nicht so einfach mit voller Beladung – Jenn und Jerome hatten ebenfalls zwei Rucksäcke an – auf das recht wackelige Schlauchboot aufzusteigen, aber wir haben es ohne Unfälle gemeistert. Das Witzige daran war, dass das Gepäck der anderen Gruppenmitglieder separat abgeholt wurde; sie kamen aber auch vom Flughafen als geschlossene Gruppe. Ob es auf drei Rucksäcke angekommen wäre oder nicht, kann hier nicht festgestellt werden ….. 😉

Am Boot angekommen waren wir zuerst mal begeistert; man hat uns bei der Buchung ein ‚Erste-Klasse‘-Boot versprochen und es sah zuerst mal danach aus. Leider passierten in den kommenden 8 Tagen viele Sachen, die an dem ‚Erste-Klasse’-Status sehr gerüttelt haben. Wir waren nach 8 Tagen immer noch sehr mit dem Cruise zufrieden, aber der Service, den man auf einem ‚Erste-Klasse’-Boot erwartet war einfach nicht gegeben. Es kann nicht sein, dass man Holzmöbel mit einer Politur, die nach Petroleum stinkt, einreibt, während Gäste in dem Zimmer noch 2 Nächste schlafen sollen, oder dass man den Fremdenführer nichts fragen kann, weil man sofort als Unwissender abgestempelt wird (Patrizia weiss jede Menge über die Galapagos Inseln, deren Geschichte, Botanik, Tiere etc. aber als Wissenschaftlerin vergisst sie oft, dass ihre Gäste aus anderen Branchen kommen könnten), oder dass der Oberkellner (wir waren 16 Personen) es nicht auf die Reihe bekommt Vorbestellungen fürs Abendessen korrekt zu notieren und dann den Gästen die Schuld gibt, weil man sich an einen anderen Tisch gesetzt hat (wir hatten 2 Tische zu jeweils 8 Leuten), oder dass man keine Kissen in der Kabine hat, oder dass man zwei Tage lang keinen Duschvorhang hat, weil man sie jetzt zum Waschen genommen hat und es keinen Austausch gibt oder oder oder. Etwas was aber absolut ‚Erste-Klasse‘ war, war das Essen. Zum Frühstück gab es jeden Morgen ein kleines Büffet, mit Eiern, auf verschiedene Weisen vorbereitet, jeden Tag anders, Speck, frischem Obst und Gemüse, Brot, Wurst, Käse, Kaffee und Tee, Saft (meist ein frisch gepresster). Ob es zum Mittagessen ein Büffet oder Tellergerichte gab, hing von unserem Programm ab, aber egal was es war, wir wurden sehr gesund genährt, mit viel Gemüse und Salat, nur wenigen Kohlenhydraten (oft wird man nur damit zugestopft), Fisch oder Fleisch, eine frische Suppe als Vorspeise und ein leckeres Dessert. Beim Abendessen gab es immer zwei feststehende Gerichte zur Auswahl, Fisch oder Fleisch, verschiedenartig zubereitet und liebevoll serviert, eine frische Suppe als Vorspeise und natürlich ein leckeres Dessert. Wie auf solchen Fahrten üblich waren Wasser, Tee und Kaffe im Preis enthalten und alle anderen anti-alkoholischen und natürlich auch alkoholischen Getränke musste man selbst bezahlen.

Während das Gepäck der anderen Passagiere angeliefert wurde, wurden wir auf die Zimmer verteilt. Ich bezog mein Zimmer zusammen mit Emmanuelle, einer Französin, die nach Kanada gezogen ist und dann gab es zuerst mal Mittagessen. Das Zimmer war sehr groß, hatte ein eigenes Bad, bequeme Betten, leider ohne Schlafkissen (nur sog. ‚Sofakissen’, die auch noch relativ unbequem waren, weil zu dick und hart), einer Klimaanlage, die man bequem mit einer Fernbedienung steuern konnte, zwei Kommoden (groß und klein) und einem Kleiderschrank – alles sehr nett eingerichtet.

Nach dem Mittagessen sind wir mit dem Zodiak wieder an Land gefahren, zu der Charles-Darwin-Aufzuchtstation für Schildkröten. Ich habe mich tierisch gefreut, denn ich finde Schildkröten einfach toll. Die Aufzuchtstation wurde unter anderem von der Charles Darwin Stiftung, in Zusammenarbeit mit der UNESCO und noch weiteren wissenschaftlichen Organisation gegründet und wird bis heute von der Stiftung betrieben. Da einige der Schildkröten auf den Galapagos Inseln eine Zeit lang vom Aussterben bedroht waren (manche sind es immer noch), hat man die Aufzuchtstation gegründet und züchtet hier Schildkröten, um logischerweise deren Überleben zu sichern. Jede der Inseln auf Galapagos hat eine eigene Spezies von Schildkröten, die sich an die dortigen Lebensumstände angepasst hat.
Bis 2012 lebte in der Forschungsstation die wohl bekannteste Schildkröte der Welt, der Lonesome George (der Einsame George). Er wurde 100 Jahre alt und auch wenn man ihm eine Unterart zuordnen konnte, weiss man anscheinend nicht so genau, woher George auf die Galapagos kam und warum er es nicht geschafft hatte sich zu vermehren. Zu George’s Lebzeiten gab es wohl Versuche ihn künstlich zu vermehren, aber sie scheiterten alle. Als George starb wurde er einbalsamiert, ab 2014 im Naturgeschichtlichem Museum in New York ausgestellt und kam 2017 auf die Galapagos Insel zurück. Seitdem hat er einen eigenen kalt temperierten Raum, in dem er für die Besucher für 6 Minuten zugänglich ist.
Bis wir um 17.30 Uhr wieder an Board gebracht wurden, konnten wir uns in der Forschungsstation und dem umliegenden Park sowie in dem kleinen Städtchen frei bewegen, Bilder machen und uns pünktlich auf dem Pier einfinden.
Nach dem Abendessen gab es eine Besprechung bezüglich des kommenden Tages und dann endete der Tag auch.

Während wir schliefen ist der Kapitän gefahren und wir wachten am nächsten Morgen vor der Insel Isabela auf. Heute sind wir mit Abstand am frühesten aufgestanden, denn um 6.15 Uhr hatten wir schon eine sog. trockene Landung am Punkt Las Tintoreras auf der Insel Isabela. Wir sind so früh hier gelandet, um die Tiere beim Wachwerden zu beobachten. Als erstes stolperten wir fast über Seelöwen und Meerechsen, die erst ganz langsam wach wurden. Ich meine, es gibt immer Frühaufsteher in der Gruppe, aber sonst schlafen die schon gerne lange. Kein Wunder bei dem Ausblick.
Wir liefen weiter die Insel entlang und fanden in einem Wasserloch eine große Gruppe von Haien, die in unseren Augen kreuz und quer einander in den Morgenstunden auf die Nerven gingen. Rund herum liefen beziehungsweise saßen Meerechsen herum; sie wärmten einander nach der kalten Nacht. Dazu krabbeln sie einander auf den Rücken, über einander drüber und drunter – ein heilloses Durcheinander, bei dem sich keiner von denen aufregt. Sie haben das sehr geschickt gemacht, damit sie nicht in das Wasserloch mit den Haien reinfallen und so zum einfachen Frühstück werden. 😉

Nach knappen 2 Stunden sind wir wieder an Board gegangen, haben gefrühstückt und nach einer kurzen Verdauungspause sind wir schnorcheln gegangen. Dazu haben wir uns immer schon an Board in die Neoprenanzüge umgezogen – es war gut, dass wir alle lange Anzüge hatten, denn das Wasser war kalt. Man konnte sie auch an Board ausleihen, aber Jenn, Jerome und ich waren froh, dass wir sie woanders geliehen haben. Die an Board waren teilweise in einem sehr schlechten Zustand; beispielsweise musste ein Gruppenmitglied zwei Anzüge anziehen, weil der lange Anzug so kaputt war, dass er noch einen kurzen drauf anziehen musste …… so viel zum Thema ‚Erste-Klasse’.
Wie auch immer, nachdem wir uns in die Anzüge reingezwängt haben (immer wieder ein Vergnügen 😉 ) sind wir mit den Zodiaks an Land gefahren worden. Heute haben wir in einer Art natürlichen Swimmingpool geschnorchelt. Um dahin zu kommen, mussten wir über einen Steg laufen, der durch ein Mangrovenwald führte, auf dem sich Seelöwen breit gemacht haben. Eigentlich sind sie nicht gefährlich, aber hier gab es ein Männchen, das sich sehr breit gemacht hat und uns nicht vorbei lassen wollte. Es war zum Glück nicht mehr weit bis zum Pool und Patrizia hat ihn sehr bestimmt wieder zurück ins Wasser geschickt. Er war zunächst gar nicht so zufrieden und fauchte recht heftig, aber hat sich dann doch überzeugen lassen und ist wieder zum Wasser gerobbt. Ich habe beim Schnorcheln mal wieder Ausschau nach Wasserschildkröten gehalten, leider heute wieder mal vergebens. Es gab ein paar witzige bunte Fische und bunte Seesterne zu sehen, die wunderschön waren.

Da das Wasser recht kalt war – es ist gerade Winter in Ecuador – schnorchelten wir nie länger als ungefähr 45-50 Minuten. Heute war es uns schon nach ungefähr 30 Minuten ein bisschen langweilig und kühl geworden. Wir waren noch nicht an das kalte Wasser gewohnt, der Pool war recht klein und nachdem wir quasi jede Ecke abgeschwommen sind, wurde es uns kalt. Daher gingen wir schon etwas früher wieder an Board, wo uns ein leckeres Mittagessen erwartete.

Nach dem Essen gab es immer eine kurze Verdauungspause von ungefähr einer Stunde; allerdings abhängig davon, was nachmittags auf dem Plan stand. Heute landeten wir wieder trocken am Puerto Villamil und besichtigen hier ebenfalls die Schildkrötenaufzuchtstation. Ich war im Himmel, als ich die ganzen Riesenschildkröten, die bis zu 200 kg auf die Waage bringen können, sah, wie sie sich im Zeitlupentempo um Futter stritten oder vielleicht auch einfach nur herumblödelten, man weiss das als Laie ja nicht so genau – soooo schön. Und dann passierte es – Liebe auf den ersten Blick, Benjamin; er wollte sogar ausbrechen!!! 😉

Von hier aus sind wir durch wunderschöne Lavalandschaften gelaufen, haben verschiedene Vögel beobachtet, natürlich wurden die Wege von Leguanen und Meerechsen belagert, die sich in der Sonne aalten. Ein ganz toller Spaziergang, der uns zum Strand führte und dort nach ein paar Metern zu einer kleinen Bar, in der Flaschen auf Bäumen wachsen und man daher frische leckere Drinks geniessen kann.
Hiernach ging es wieder an Board; das Abendessen wurde serviert und nach der Vorbesprechung des nächsten Tages sind wir alle ins Bett gefallen.

Am nächsten Tag waren wir immer noch vor der Insel Isabela. Heute gab es zuerst Frühstück und dann fuhren wir mit den Zodiaks in der Elisabeth Bucht herum und haben Ausschau nach den Stummelkormoranen gehalten. Diese Kormorane können tatsächlich nicht fliegen und daher sind ihre Flügel verstümmelt; man weiss noch nicht genau, warum das so ist, aber es wird tatsächlich vermutet, dass sie sich hier so wohl fühlen und so viel Nahrung haben, dass sie einfach nicht mehr fliegen müssen. Es ist wohl die einzige Art von Kormoranen, die nicht fliegen kann.
Ausserdem haben wir die Galapagos-Pinguine bei der Morgentoilette beobachtet, viele Wasserschildkröten und unzählige Seelöwen (die mittlerweile zur Standardausrüstung während unserer Landgänge oder Schorchelausflüge gehörten) und Pelikane gesehen. So ein Pelikan sitzt nicht nur auf einem Stein, sondern setzt sich auch auf Zweigen der Mangrovebäume. Es sieht ein wenig so aus, als wenn er dort vollkommen fehl am Platz wäre und der Zweig jeden Moment abbrechen könnte, aber das passiert nicht. Patrizia sagte, dass ein Pelikan nur so wuchtig aussieht, er aber in Wirklichkeit leicht genug ist, um weder von dem Ast zu rutschen noch ihn abzubrechen.

Als wir wieder zurück an Board kamen, fuhr der Kapitän weiter während wir unser Mittagessen genossen. Wir befanden uns auf dem Weg in Richtung Insel Fernandina und genau hier werden schon mal Wale gesehen. Leider nicht heute. Wir haben uns alle die Augen aus dem Kopf geschaut, aber ausser unendlichen Weiten nichts gesehen.
Nach der Verdauungspause ging es dann wieder zum Schnorcheln in der Urbina Bucht. Ab heute würden wir vom Zodiak aus ins Wasser springen; manche wie Taucher (einfach nach hinten ins Wasser fallen lassen) und manche wie Schnorchler eben (mit den Beinen zuerst vorsichtig fühlen, wie ‚warm‘ das Wasser ist und dann schnell reinspringen, ohne zuerst mal den Kopf unter Wasser zu halten und dabei das salzige Meereswasser zu trinken. 😉 Das bedeutete, dass wir die Masken und die Flossen erst dann anzogen, wenn wir zu Wasser gelassen wurden. Das Schnorcheln heute war fantastisch – es gab neben den vielen bunten Fischen ganz viele Wasserschildkröten um uns herum. Sie waren wunderschön und ich wollte gar nicht mehr aus dem Wasser raus, auch wenn es kalt war. Endlich wurden meine Gebete erhört und ich habe Wasserschildkröten gesehen, auf einmal von ganz nahem, denn einige sind überhaupt nicht scheu und schwimmen einfach an einem vorbei, als wenn man einfach eine andere Spezies wäre, die zufällig zur gleichen Zeit am gleichen Ort ist.

Damit es uns wieder warm wird, bekamen wir an Board nach dem Schnorcheln einen kleinen Snack, etwas zu trinken, ein bisschen Zeit uns abzutrocknen und umzuziehen und dann landeten wir – dieses mal nass, das bedeutet Schuhe in der Hand und Füsse mit Sand abtrocknen – am Strand der Urbina Bucht. Hauptfokus der heutigen Wanderung waren die riesigen bunten Landleguane und Riesenschildkröten. Ich kann mich gar nicht an all diesen Tieren satt sehen; egal wie oft ich schon einen Leguan oder eine Schildkröte gesehen habe, ich könnte stundenlang davor stehen und ihnen zusehen, was sie machen. Einfach faszinierend und so wunderschön, wie die Mutter Natur sie gestaltet hat.

Als wir an Board zum Abendessen kamen, um dann weiterhin in Richtung der Insel Fernandina zu fahren, wurde die See noch rauer als in den vergangenen Tagen. Das bedeutete, dass ich leider nicht so gut geschlafen habe, auch wenn ich eine Tablette genommen habe. Alles um uns herum hat gewackelt, Sachen fielen herunter und uns war es gar nicht nach schlafen. Emmanuelle und ich haben zuerst mal gelacht, aber Fakt war, dass wir weder einschlafen noch lesen konnten und am nächsten Morgen klingelte wurden wir schon um 6 Uhr geweckt. Keine Idealverhältnisse, aber nu … wir wollten ja unbedingt auf ein Schiff, da waren wir. 😉

Gefrühstückt wurde am 24. Oktober 2017 um 6.45 Uhr und um 7.30 Uhr ging es von Board zu einer trockenen Landung an der Punta Espinoza. Noch sehr faul rumliegende Seelöwen begrüssten uns, ausserdem mussten wir sehr auf die Meerechsen aufpassen, weil sie sich sehr gut in ihre Landschaft einfügen. Sie sind genauso schwarz wie das Lavagestein, woraus die Galapagos Inseln bestehen und wenn man nicht genau hinschaut, dann kann man ihnen ganz leicht auf den Schwanz treten; also theoretisch, denn praktisch laufen sie schnell genug davon, aber wir sollen die Tiere hier nicht stressen, indem wir ihnen zu nah kommen – nur bewundern.

So vulkanisch und damit auch sauer die Erde hier ist, es haben sich hier Pflanzen angesiedelt, die es anscheinend mögen – Lavakakteen. Sie sehen irgendwie kuschelig aus, sind es aber ganz und gar nicht, daher macht es Sinn sich ihnen nur mit der Kamera zu nähern und sie nicht anzufassen. Trotzdem hat auch die Kaktee einen Feind – es gibt Ratten, die sich einzig uns alleine von den Kakteen ernähren, auch wenn sie so stachelig sind. Die Ratten fressen das Innenleben der Kakteen, trotzdem müssen sie sich zuerst durch die stachelige Hülle durchfressen.
Zwischen den ganzen Kakteen hatten wir aber auch noch Zeit um den Meerechsen beim Schwimmen zuzusehen. Schon witzig, wie sie vorsichtig ins Wasser gehen und dann nur mit ihrem Schwanz eine Schlangenlinie wedelnd sich ans andere Ufer bringen. Sie kühlen sehr schnell ab, daher bleiben auch nie lange im Wasser und gehen dann schnell wieder an einen Ort, der entweder von der Sonne vorgewärmt ist oder aber dahin, wo Massen ihrer Artgenossen herumliegen, um sich dort an zu kuscheln, damit ihnen schnell wieder warm wird.

Dann war es für uns Zeit ins kalte Wasser zu springen; nach einer kurzen Pause zum Umziehen an Board ging es zum Schnorcheln, das sich heute nicht wirklich gelohnt hat. Es waren so viel Plankton und andere Pflanzen im Wasser, dass man fast gar nichts gesehen hat. Ausserdem war die Strömung durch die raue See so stark, dass man sehr aufpassen musste, um nicht gegen die Felsen geschleudert zu werden. Trotzdem habe ich es geschafft eine Wasserschildkröte zu sehen und damit war das Schnorcheln für mich doch noch erfolgreich gewesen.

Während des Mittagessens waren wir wieder zur Insel Isabela unterwegs und haben dieses Mal wieder auf Wale gehofft, aber leider auch dieses Mal vergebens. Dafür sind männliche Fregattvögel unser Schiff gefolgt. Der Unterschied zwischen Weibchen und Männchen ist die Farbe des Halses; während Weibchen einen weissen Hals haben, haben die Männchen einen roten Hals, der wie ein roter Sack aussieht, insbesondere wenn sie ihn zur Balzzeit aufblasen, um den Weibchen damit zu imponieren.

Als wir am Punta Vicente Roca angekommen sind, war zuerst mal wieder Schnorcheln angesagt. In meinen Augen war es das beste Schnorcheln – bei wunderbarer Sicht gab es hier unzählige Wasserschildkröten, einige von denen wurden von Fischen gesäubert (die Fische haben den Plankton von den Panzern gefressen), andere lagen einfach im Sand auf dem Ozeanboden vergraben und bewegten sich eher gar nicht, noch andere schwammen um uns herum. Dazu kam hier und da ein Pinguin vorbeigesaust (die schwimmen wirklich schnell), viele bunte Fische, Tintenfisch, sogar eine Meerechse hat sich neben uns ins Wasser getraut. Ich bekam das Grinsen nicht mehr aus meinem Gesicht weg, so schön war es.

Da wir noch Zeit vor dem Abendessen hatten, fuhren wir noch mit den Zodiaks um den Vicente Felsen herum und in eine Höhle auf der Seite rein. Man kommt sich sehr klein vor, wenn man plötzlich so einen riesigen Felsen über sich hängen hat. Auf diesem Felsen haben sich viele Vogelarten angesiedelt; unter anderem die Nazkatölpel und die Blaufusstölpel.

Als wir wieder zurück an Board waren, haben wir beim Sonnenuntergang den Äquator (die gelbe Linie zieht sich nicht übers Wasser! 😉 😉 😉 ) überquert und erst dann wurde ein sehr leichtes Abendessen serviert, da die See noch rauer werden sollte. Und es war so; als wir schlafen gingen, öffneten und schlossen sich die Schubladen der Kommoden immer wieder wie von Geisterhand während es schaukelte, wie in einem schlechten Horrorfilm.

Am nächsten Morgen gab es wieder frühes Frühstück, weil wir um 7.30 Uhr eine nasse Landung auf der Insel Santiago am Puerto Egas hingelegt haben. Wie jedes Mal wurden wir von Seelöwen und Meerechsen begrüßt, aber dieses Mal insbesondere von deren Kids. Viele der großen Tiere schliefen noch, aber die kleinen hatten keine Lust mehr und waren schon voller Energie unterwegs; das bedeutet die Seelöwenbabies robbten, weil sie wach waren, die Leguane daher, weil die Seelöwen sie gerne in die Schwänze beissen. Wir wollten gar nicht weiter gehen, so schön war es den tierischen Kindergarten zu beobachten; wunderschön auch für die Morgenmuffel 😉
Ausserdem gab es natürlich noch jede Menge Vögel, insbesondere die Darwin-Finken, die sich in das ganze Geschehen mit eingemischt haben.

Auch wenn die Tiere wunderschön und süß sind, haben wir den Lavaformationen auch gerne unsere Aufmerksamkeit geschenkt. Spätestens auf der Lavabrücke wollte jeder ein Bild haben und als ich ein paar Bilder für andere gemacht habe, kam eine große Welle, prallte am Rand ab und schoss nach oben. Wie im Film, nur dass keiner gerade dann ein Bild gemacht hat. Keine Ahnung wie das passiert ist, lediglich meine Schuhe waren etwas nass und das nur an der Seite, sonst war ich absolut trocken. Es muss wohl gefährlich ausgesehen haben, denn quasi sofort riefen die Leute aus der Gruppe mir zu, ob mir nichts passiert sei.

Auch wenn ich jetzt nass geworden wäre, wäre es nicht schlimm gewesen. Als nächstes stand wieder Schnorcheln auf dem Tagesprogramm. Also sind wir wieder an Board gefahren worden und nach dem Umziehen sind wir voller Vorfreude auf weitere Wasserschildkröten in die Schlauchboote gesprungen. Leider war heute die Sicht wieder so schlecht, dass wir nichts sehen konnten und bereits nach 20 Minuten alle wieder freiwillig draussen waren. Nachdem wir an Board angekommen sind, durften wir das Schiff noch ein wenig als Sprungbrett benutzen, bevor es Mittagessen gab.
Die See war weiterhin rau und wir wussten noch nicht genau, ob wir wie planmäßig vorgesehen heute mit dem Kayak paddeln können. Kurze Zeit später, als wir an der Insel Rabida angekommen sind, waren wir beruhigt zu hören, dass der Kapitän bestätigt hat, dass die See ruhig genug ist, um etwas zu paddeln. Unsere Reisegruppe wurde auf 2 Untergruppen zu jeweils 8 Personen aufgeteilt. Diese wurden mit dem Zodiak, an dem die Kajaks befestigt waren, entlang der Insel weggebracht. Erst dort durften wir uns in die Kajaks setzen und hatten 45 Minuten zum Zurückpaddeln. Dabei hatten wir ein sich paarendes Wasserschildkrötenpaar gesehen. Man schaut nicht einfach so beim Geschlechtsverkehr anderer zu, aber hier konnte keiner einfach daran vorbeifahren ohne ein Bild zu machen. Sie driften an der Wasseroberfläche, wie ein Weinkorken, das Männchen logischerweise oben und haben …… keinen Spaß. Die Kopulation dauert an die 4 Stunden und ist anscheinend kein Spaß für das Weibchen. Vor allem, weil sie ständig unter Wasser gedrückt ist und nur mit Mühe und Not ab und an mal den Kopf aus dem Wasser heben kann, um ein wenig nach Luft zu schnappen. Des Weiteren, während der Kopulation lauern wohl im sicheren Abstand um das Paar herum weitere Männchen, die auch mal zum Zuge kommen wollen.

Nach der Runde mit dem Kajak sind wir wieder an Land gegangen und zwar auf Rabida. Es ist eine rostige Insel, wo man früher Salz gewonnen hat, um die Fische damit zu konservieren. Die rostige Farbe kommt von der vulkanischen Schlacke, die viel Eisen enthält, das wiederum mit dem Sauerstoff reagiert und sich mit dem Sand vermischt. Es sieht einfach wunderschön aus; wie alles hier auf den Galapagos. Mal wieder ein wenig wie eine andere Welt.
Weil die Erde hier sauer ist, haben sich hier hauptsächlich Kakteen angesiedelt und die müssen diese Art von Untergrund mögen, denn sie wachsen echt hoch. Einige bis zu knapp 2 Metern hoch.

Als wir zum Schiff zurückkamen wurde immer stürmischer. Emmanuelle und ich waren in unserer Kabine und bereiteten uns auf das Abendessen vor, als wir auf einmal Scherben klirren hörten. Es war mittlerweile sehr stürmisch und man musste sich beim Gehen überall festhalten, damit man nicht umfiel. Durch den starken Wellengang sind in der Bar geschätzt 75% der Gläser von den Regalen und aus den Halterungen herausgeflogen und haben den Fussboden in ein Meer aus Glasscherben verwandelt. Zum Glück ist niemanden etwas passiert. Die Personen, die sich unten aufgehalten haben, standen glücklicherweise weit genug weg, um nichts abzubekommen. Aber uns erwartete wiedermal eine eher unruhige Nacht; es schaukelte ohne Ende und es war schwierig einzuschlafen.
Nach den vielen eher schlecht als recht durchgeschlafenen Nächten und vielen Aktivitäten haben wir uns alle auf einen ruhigen Tag gefreut. Das Frühstück wurde heute morgen erst um 7 Uhr serviert (wir durften 15 Minuten länger schlafen; juhu!!!) und um 8 Uhr haben wir uns ganz gemütlich in die Schlauchboote begeben, um darin gemütlich in der Bucht der Schwarzen Wasserschildkröten rum zu paddeln und Ausschau nach den Wasserschildkröten, aber auch nach Haien zu halten. Wasserschildkröten, Blaufusstölpel und Pelikane haben wir ganz viele gesehen, auch ein paar Haie, aber leider nicht die Hammerhaie, die wir eigentlich hätten hier sehen sollen. Die hatten wohl heute andere Pläne; nur ein einziger kleiner Hammerhai ist an unserem Schlauchboot vorbei geschwommen und ich hatte tatsächlich genau im richtigen Moment hingeschaut. Leider war er so schnell, dass es an ein Zucken der Kamera gar nicht zu denken war. Aber es zählt als gesehen. 😉

Auf den Galapagos Inseln, wie überall auf der Welt gibt es auch Menschen, die die Natur nicht ganz respektieren oder um es anders zu sagen, sie etwas mehr benutzen als gestattet, um ihren Lebensunterhalt aufzubessern. Auf dem Weg vom Schiff zu der Bucht der Schwarzen Wasserschildkröten haben wir einen Fischerkutter gesehen, dessen Besitzer hier ihre Fischernetze ausgelegt haben. Fischen ist zwar auf den Galapagos Inseln erlaubt, aber nur an vorgegebenen Stellen. Die Region der Galapagos Inseln ist ein großer Nationalpark. Damit die Menschen hier weiterhin leben können, hat man eine gewisse Infrastruktur hergestellt, um mit irgendetwas den Lebensunterhalt bestreiten zu können. So, hat man beispielsweise rund um die Städte Regionen ausgezeichnet, wo man fischen kann und daher ist das Fischen mitten im Nationalpark verboten. Patrizia hat uns gebeten Bilder von den Fischern zu machen, die wir heute morgen überrascht haben, damit sie diese an die Behörden schicken kann. Die Fischer werden wohl mit hohen Strafen rechnen müssen; hiess es.

Da heute alles gemütlicher ging, gab es nach dem gemütlichen Sich-Treiben-Lassen zuerst mal Mittagessen, dann eine Verdauungspause und dann erst wieder Schnorcheln. Leider hat sich die Pechsträhne der letzten Tage weitergezogen und die Sicht war wieder sehr schlecht. Heute sogar so schlecht, dass ich genau nur einen einzigen Fisch gesehen habe. Wenn schon keine Wasserschildkröten zu sehen waren, waren zumindest ein paar bunte Fische unterwegs. Aber heute waren selbst die Weg. Es hatte auch etwas mit dem Wetter zu tun; das Wasser war auch hier stürmisch und so wurde der Plankton im Wasser aufgewirbelt.

Daher sind wir schnell wieder aus dem Wasser raus und legten eine nasse Landung am Strand der gleichnamigen Bucht, in der wir geschnorchelt haben, Las Bachas hin ….. und sahen einen wunderschönen weissen Strand. Wir konnten uns nicht daran satt sehen, aber unsere Gesichter änderten sich ein wenig, als wir erfuhren, dass der Strand daher so weiss ist, weil er aus ausgetrocknetem und zerfallenen Seelöwen Kot besteht. Nun ja, der leider nur sehr kurze Spaziergang war trotzdem wunderschön und wir waren eher traurig, als wir nach nur 1 Stunde wieder zurück an Board mussten. Aber hier habe ich alte Bekannte wieder getroffen, die ich während meiner Wanderung zum Quilotoa Vulkan getroffen haben. Selbst die Galapagos Inseln sind so klein, dass man sich über die Füße läuft. 😉
So schön die Insel ist, sie scheint nicht sehr beliebt bei den Tieren zu sein. Wir haben nur einen Flamingo, einen Seelöwen und eine Meerechse gesehen, ausserdem fliegen ein paar Vögel hier rum und sonst ist hier nicht so viel los.

Wir beendeten den ruhigen Tag mit einem Abendessen und einem gemeinsamen Spiel. Ich habe es mittlerweile aufgegeben abends zu lesen. Der Seegang war fast die gesamte Zeit so groß, dass Lesen im Bett absolut nicht möglich war, genauso wie ein wirklich langer und erholsamer Schlaf. Wenn ich dann mal eingeschlafen bin, habe ich gut geschlafen, aber das Einschlafen hat immer schon so lange gedauert, dass ich morgens doch meist noch relativ müde aufgestanden bin. Es sollte heute nicht besser werden, aber gut, so ist das eben auf See.

Der 27. Oktober 2017 war der vorletzte volle Tag auf dem Schiff. Es ging so schnell, dass wir das Gefühl hatten erst gestern an Board gekommen zu sein. Dabei haben wir schon so viel Schönes gesehen. Heute waren wir wieder an der Insel Santiago, genauer gesagt an der Sulivan Bucht angekommen. Wir landeten trocken und machten uns auf den Weg durch die schwarze, aber im Sonnenschein der frühen Sonne regenbogenfarben schimmernde Lavalandschaft. Es war ein wenig wie eine Mondlandschaft; hier gibt es nichts. Und man sollte aufpassen, wenn man sich an der Lava abstützen möchte. Sie sieht nicht nur recht rau aus, sondern ist es auch. Man hat sich ruck-zuck an den scharfen Kanten geschnitten. Wunderschön und gleichzeitig etwas erschreckend, wenn man sich vorstellt, mit welcher Macht und Wucht die Lava sich hier ausgebreitet hat und im Laufe der Zeit eine Insel formen konnte. Auf der Lavainsel, genauer gesagt, auf dem Hügel, den man direkt am Anfang des Spazierganges sieht, wachsen genau 2 Kakteen. Es ist lustig das zu sehen, aber andererseits auch interessant, dass sich trotz der anscheinend sehr sauren Erde doch noch zwei Interessenten gefunden haben, die ein Leben führen wollten, weit in der Abgeschiedenheit. 😉 Das Witzige ist, dass die beiden Kakteen relativ weit weg voneinander wachsen; so kommt man sich zumindest nicht in den Weg. 😉

Es ging zum letzten Schnorcheln und alle waren irgendwie traurig, dass das Abenteuer auf dem Schiff am folgenden Tag enden sollte, aber auch irgendwie lustig gestimmt, dass wir uns nicht mehr in die Neoprenanzüge quetschen ‚mussten‘. Natürlich wollte sich niemand das Schnorcheln entgehen lassen, aber das Anziehen des Neoprenanzugs war für uns alle immer eine Qual, bei der wir einander gegenseitig ausgelacht aber auch motiviert haben, um reinzukommen.
Heute, zum Abschluss hatten wir tolle Sicht beim Schnorcheln und verhältnismüßig warmes Wasser. Es gab auch viel zu sehen; Wasserschildkröten, Pinguine, bunte Fische und so viele bunte Seesterne, dass man sich wie auf dem Walk of Fame in den USA vorkam. Also ein rundum gelungener Abschluss beim Schnorcheln.

Es folgte das letzte Abendessen und die letzte Verdauungspause, bevor wir an der Bartholome Bucht trocken gelandet sind und zum höchsten Punkt der Insel marschierten. Man hat hier eine Treppenkonstruktion gebaut, um den Höhepunkt zu erklimmen. Ich muss gestehen, dass ich diese Treppen anstrengender zu gehen fand, als wenn wir einfach so querfeldein hoch gegangen wären. Nicht weil sie steil waren, aber weil sie irgendwie eine recht unbequeme Stufengröße und Höhe hatten und man (also zumindest die kurzbeinigen Leute 😉 ) daher oft zwei Schritte machen musste, um auf die nächste Stufe zu gelangen.
Auf den Weg nach oben hat jeder mal etwas Superman gespielt und sich mit Lavabrocken ablichten lassen. Sie haben zwar ein bestimmtes Gewicht, aber schlussendlich sind sie wirklich leicht.

Oben angekommen wurden wir alle von einer wunderschönen Sicht auf die Bucht und den Bartholome Felsen belohnt. Es heisst, wenn man diesen Felsen nicht gesehen hat, hat man Galapagos nicht gesehen. Er ist wunderschön, stimmt und man sollte ihn so schnell sehen, wie nur möglich, denn durch die Erosion droht er ins Wasser zu fallen.

Galapagos Inseln waren für mich in erster Linie die Tiere; Schildkröten jeglicher Art, Seelöwen, Leguane jeglicher Art, Finken, bunte Fische, Pinguine, Pelikane, Tölpel, welche Farbe sie auch immer hatten und und und. Abgerundet wurde das durch die Tatsache, dass die Tiere hier so frei leben und sich bewegen können und dass der Mensch hier nur Gast ist und sich auch so zu benehmen hat und der Felsen war ein netter Abschluss.

100erte Bilder später sind wir wieder an Board gegangen, haben zu Abend gegessen und unsere Taschen gepackt, denn am nächsten Morgen mussten wir schon aus unseren Kabinen auschecken, als wir um 6.30 Uhr zum Frühstück gingen. Wir hatten bis mittags noch Programm auf der Insel Santa Cruz, ein letzter Besuch bei den Riesenschildkröten im Reservat ‚El Chato‘, allerdings schon auf dem Weg zum Flughafen. Ein toller Ort, denn die Schildkröten haben hier ein riesiges Areal, auf dem sie sich bewegen können wie sie möchten und wir, als Besucher können hier auch rumlaufen, wie es uns gefällt, solange wir den Mindestabstand zu den Tieren einhalten.
Als wir das Gelände betreten haben, sind wir zuerst mal durch einen meterlangen Lavatunnel gegangen; schon irre. Entstanden beim Ausbruch des Vulkans, als die dünnflüssige Lava in einer Art Rinne den Vulkanhang hinabfließt. Die Lava erstarrt an den Rändern und an der Oberfläche zuerst, während sie unterhalb der Oberfläche weiter fließt. So bleibt dann beim Erstarren der restlichen Lava ein Hohlraum. Der Lavatunnel ist ungefähr 300 m lang, 3 m hoch und 5 m breit und man kann gemütlich durch ihn durchlaufen.

Der Cruise war mit dem Besuch der Ranch beendet und eigentlich sollten diejenigen, die nicht am selben Tag die Galapagos Inseln verlassen haben nach dem Besuch der Riesenschildkröten wieder in die Stadt gebracht werden, damit wir in unsere Hostels gehen können. Da aber viele Leute eine ehrliche Bewertung abgegeben haben (wir vermuten, dass das der Grund war), hat man sich 5 Minuten vor Abfahrt quer gestellt. So mussten wir alle geschlossen ans andere Ende der Insel fahren, von wo aus man eine Fähre auf die andere Seite nimmt und dann den Bus bis zum Flughafen. Man fährt ungefähr 2 Stunden, bis man am anderen Ende der Insel ankommt …… das bedeutet, dass alle, die wieder in die Stadt wollten, einen Bus nehmen mussten, um wieder zurück zu kommen. Das Schlimme war, dass man knappe 2 Stunden auf den Bus warten musste und dann noch die Fahrt vor sich hatte; das bedeutet, dass der Tag gelaufen ist, denn es war später nachmittag bis wir endlich im Hostel Gardner waren. Aber nu, wir konnten nichts machen und fügten uns unserem Schicksal, indem wir auf den Bus wartend am Pier die Finken beobachteten, wie sie sich um die Krümmel und Wasser gestritten haben.

Das Hostel Gardner, Thomas de Berlanga Strasse hat uns sehr freundlich empfangen. Jenn, Jerome und ich hatten ein Zimmer zusammen gemietet; die Betten waren sehr bequem, wir hatten ein Bad im Zimmer, das sauber war, das Frühstück (Rührei, frische Brötchen, Käse, Butter, Marmelade, Tee, Kaffee) war im Preis inbegriffen und das Personal sehr freundlich. Vor allem aber mochten wir alle die Terrasse; leider war es etwas frisch und windig, aber mit einer Decke zugedeckt, haben wir die Liegestühle trotzdem genutzt – waren ja schliesslich bezahlt. 😉

Trotz einiger negativen Erfahrungen, es war eine unvergessliche Zeit auf dem Schiff und ich würde jedem empfehlen, einen solchen Cruise zu machen. Ja, es gibt günstigere Alternativen 8 Tage auf den Galapagos Inseln zu verbringen (USD 1,800), aber vieles kann man eben nur sehen, wenn man auf einem Schiff ist. Sonst kommt man dort nicht hin. Es war wunderschön und ich würde gerne nochmal dahin fahren; wenn ich alles andere, was noch auf meiner Bucketliste steht, gesehen habe.

Las Terrazas

Las Terrazas ist ein kleines Ökodorf (UNESCO-Biosphärenreservat in der Zwischenzeit), das zwischen Vinales und Havanna liegt und auf Terrassen gebaut wurde (daher auch der Name), das aber verhältnismäßig wenige Touristen besuchen. Es ist etwas beschwerlich hinzukommen und man glaubt immer noch, dass es dort nur eine einzige Unterkunft gäbe – ein super teures Hotel Moca, in dem man pro Nacht und Person CUC 250 bezahlt. Das stimmt aber nicht ganz so, es gibt einige Casa Particulares, die zwar auch ihren Preis von CUC 25 (inklusive Frühstück) haben, aber immer noch günstiger als dieses Hotel sind.

Da Las Terrazas so sehr als Wandergebiet angepriesen wird, habe ich beschlossen auf meinem Weg zurück nach Havanna dort auch ein paar Tage zu verbringen. Es ist tatsächlich etwas kompliziert dorthin zu kommen; in Vinales wollte ich meine Busfahrkarte für den 21. November 2017 kaufen, die man mir morgens noch zugesichert hat, nur nicht verkaufen konnte, weil die Frau, die am Schalter saß, das Verkaufssystem nicht benutzen könnte, aber dem Mann, der gleich wieder kommen sollte bescheid gibt und so meine Reservierung weiterleitet. Als ich nach der Wandertour schnell nach Vinales ging, um diese Fahrkarte, die man vor 17 Uhr abholen und bezahlen sollte, abzuholen, stellte es sich heraus, dass diese Frau, die meine Reservierung entgegen nahm, dort angeblich gar nicht arbeitet und man sie auf einmal gar nicht dort gesehen haben wollte. Weiterhin hiess es, dass die Busse nach Havanna (und damit nach Las Terrazas) 5 Tage im Voraus ausgebucht sind und ich nur noch die Möglichkeit hätte am nächsten Morgen den Tag an der Bushaltestelle zu verbringen und zu hoffen, dass einer der Fahrgäste nach Havanna nicht erscheint und ich damit einen Sitz im Bus ergattern kann. Habe ich schon erwähnt, dass falls nicht genug Gäste nach Las Terrazas fuhren, der Bus auch nicht dahin fuhr? ;))) Da ich ja unbedingt weiter wollte, weil ich noch genug Zeit in Las Terrazas zum Wandern haben wollte, habe ich mir ein Taxi gesucht, dass mich für CUC 15 am nächsten Morgen hingefahren hat. Auch wenn der Preis schon fest verhandelt war, hatte der Fahrer morgens die Hand nach CUC 20 ausgestreckt, die ich höflich, aber bestimmt zurück gewiesen habe. Auch als er mir auf einmal eröffnete, dass ich den Fahrpreis im Voraus zu bezahlen hätte, habe ich ihm erklärt, dass es keine Vorauszahlung gibt. Es funktionierte auch ohne sehr gut. 😉

Nach 2 Stunden und einigen Anhaltern, die wir unterwegs mitgenommen haben (meist Polizisten, daher war ich sehr entspannt), kam ich in dem angepriesenen Ökodorf an. Es war schön, aber ich muss sagen, dass ich mir von Anfang an sehr fehl am Platz vorgekommen bin. Die so einfach zu findenden Casa Particulares waren nur mit Hilfe des ‚Dorfagenten‘ (ein älterer Mann, der am Parkplatz stand, wo die Taxis anhielten, stand) zu finden. Er war zwar sehr nett, aber das Problem war ein wenig, dass er ein bisschen machte, was er wollte – er fragte zwar, was man als Unterkunft suchte, aber schlussendlich hat er einen dahin geführt, wo seine Präferenzen lagen. Nun ja, ich landete bei einem recht arroganten und vorlautem Hausbesitzer, aber ich hatte ein Dach über dem Kopf.
Ursprünglich war die Idee in Las Terrazas zu zelten, aber auch hier ist der Campingplatz nur für Kubaner reserviert und daher hatte ich gar keine Chance dort zu zelten. Also war ich auf die Güte der Besitzer angewiesen. Nachdem ich mich eingerichtet habe, habe ich meinen Tagesrucksack gepackt und mich auf den Weg gemacht, das Dorf und die nächste Umgebung zu inspizieren. Nun ja, nach 20 Minuten war ich fertig – es gibt hier buchstäblich Nichts. Die Leute im Dorf mögen es auch nicht besonders, dass Touristen nach Las Terrazas kommen und sind daher auch recht unfreundlich und reserviert.
Wenn man hierhin kommt, sollte man unbedingt Essen einpacken – es gibt nur einen ganz kleinen Laden, in dem man insbesondere Tiefgefrorenes und Süßes kaufen kann. Ansonsten gibt es zwei kleine Dorfkneipen, die auch Essen servieren und dieses extra teure Hotel, wo man etwas zu Essen bekommt. In der Casa Particulares wollte ich nicht essen; irgendwie hatte ich das Gefühl, dass man mich hier nur ausnehmen wollte. Das Frühstück war schon nicht besonders und ich wollte das Abendessen nicht probieren. Als ich am nächsten Tag nach der Wanderung in eine der Dorfkneipen zum Essen gegangen bin und für nur CUC 3 ein vollständiges Essen bekommen habe, wurde ich in meiner Entscheidung bestätigt. Es war sehr lecker und kostete nur einen Bruchteil davon, was ich an meinen Gastgeber bezahlt hätte und ich hatte Unterhaltung noch inklusive – die Bedienungen waren alle samt gut angetrunken und damit sehr lustig.

Es fühlte sich alles nicht so toll an, aber jetzt war ich hier und wollte am nächsten Tag das so sehr angepriesene und wunderschöne Wandergebiet erkunden, das sich direkt hinter dem Dorf befand. Zu meinem Erstaunen saßen morgens noch zwei weitere Gäste am Frühstückstisch, ein Pärchen aus Frankreich, Medarin und William und wir beschlossen zusammen wandern zu gehen. Die beiden sind nachts angekommen. Nach einer knappen Stunde kamen wir schon zu der naturgeformten Badestelle des San Juan. Es ist ein Naturschwimmbecken an einer breiten Stelle des San Juan Flusses. Das Wasser ist recht frisch, aber trotzdem kommen viele Leute hin, um dort schwimmen zu gehen. Wir hatten das auch vor, nur leider habe ich meinen Bikini vergessen, schaute damit den anderen beim Schwimmen zu und genoss den Schatten und die Kühle Luft.

Nach dem Schwimmen bestiegen wir den Lomo del Taburete (Che-Hügel); den Hügel, den Che Guevara mit seinen 38 Guerillas vor dem Zug nach Bolivien bestiegen zum Trainieren bestiegen hat (Höhe Hügel: 550 m, Höhe Bolivien: ab 2000 m ……. ;)). Natürlich wollte man uns einen Fremdenführer aufdrücken, aber wir haben beschlossen, dass wir vernünftig denkende erwachsene Personen sind, die es auch ohne Fremdenführer schaffen einen Hügel alleine hoch zu gehen (zudem es ganz klar war, welcher Hügel es war) und sind alleine gegangen. Es war eine sehr gute Entscheidung gewesen: wir gingen querfeldein einfach nur hoch und kamen nach einer guten Stunde bei dem Monument, das für Che und seine Leute irgendwann gebaut wurde, wohlbehalten an. Die Aussicht war atemberaubend, genauso wie die Hitze, die das Hochgehen etwas anstrengender machte als erwartet. Wir haben uns Zeit gelassen die Aussicht zu geniessen und uns zu erholen und sind erst nach einer knappen Stunde wieder in Richtung Las Terrazas zurück gegangen. Es war um 16 Uhr herum, als wir dort angekommen sind und uns zuerst ein kühles Bier am See gönnten – das hat vielleicht gezischt! 😉

Am nächsten Tag schon bin ich morgens früh um 8 Uhr mit einem holländischen Vater-Tochter-Gespann nach Havanna aufgebrochen. Ich habe sie im Hotel bei einem Cuba-Libre getroffen und da sie ein Auto gemietet und noch Platz darin übrig hatten, haben sie sich bereit erklärt mich mitzunehmen.

Im Großen und Ganzen war Las Terrazas schön, aber irgendwie kam ich dort nicht wirklich an und fühlte mich nicht sooooo toll, wie ich es mir anhand der im Reiseführer gelesenen Informationen vorgestellt habe. Die Wanderung zum Che-Hügel war nett und das Naturschwimmbad ebenfalls, aber ich habe mir etwas ganz anderes vorgestellt nachdem ich den Reiseführer gelesen habe und war daher enttäuscht. Es gilt als ein Outdoorreservat, ist es aber in meinen Augen nicht und ich denke, dass die Bewohner daher meinen, es sei etwas gaaaanz besonderes. Ich habe das nicht so empfunden, aber am besten ist es doch einmal hinzufahren, sich das ganze selbst anzusehen und dann zu entscheiden, ob man es mag oder nicht. 😉

Vinales

Nach den tollen Tagen in Trinidad, fuhren Frida, Cajsa, Magda und ich zusammen mit einem Taxi nach Havanna. Zu viert haben wir insgesamt CUC 80 bezahlt; ich bin am Busbahnhof abgesetzt worden und die Mädels am Hostel. Es war Zeit Abschied zu nehmen; die Mädels verbrachten noch ein paar Tage in Havanna bevor es für sie weiter ging und ich fuhr direkt weiter nach Vinales.
Ich dachte, dass ich das mit dem Bus machen würde, aber leider ist Vinales, das als UNESCO Weltnaturerbe eingetragen ist ein sehr beliebtes Ziel und alle Busse für den 17. November 2017 waren schon voll. Nach Auskünften anderer Backpacker, hätte ich sowieso keinen Bus von Trinidad aus nach Vinales buchen können, aber ich muss auch zugeben, dass ich gar nicht daran gedacht habe, überhaupt mal nachzufragen. Ich war mir sicher, ich würde schon einen Platz für den gleichen im Bus bekommen. Aber es war nicht so.
Trotzdem war mir das Schicksal wohl gesonnen. Wie der Zufall es wollte, gab es noch einen Spanier, der genauso wie ich ohne ein vorher reservierte Busfahrkarte nach Vinales wollte. Wir hatten nun zwei Möglichkeiten; entweder wir warten hoffnungsvoll, ob jemand nicht am Busbahnhof erscheint und wir uns so seine Tickets unter den Nagel reissen können (diese Tickets werden einfach ein zweites Mal verkauft!!!), oder wir fahren mit einem Taxi und teilen uns die Kosten. Wir hörten uns die Angebote der Taxifahrer an; die ersten waren natürlich so hoch, dass sich einem die Nackenhaare stellten – CUC 60 pro Person!!! Wucher ist das gar kein Begriff, um es zu beschreiben. Nach einer kurzen Weile waren wir schon bei CUC 15 pro Person und weil wir immer noch ein wenig gebohrt haben, haben wir schlussendlich nur CUC 14 pro Person bezahlt. In unserem Taxi saßen noch zwei Asiaten, die pro Person CUC 20 bezahlt haben……
Knappe 3 Stunden später sind wir in Vinales angekommen. Interessant während der Autofahrt war, dass der Taxifahrer sein ‚Taxi’-Schild immer wieder, wenn mal Polizei auf der Autobahn Kontrollen durchführten, von der Scheibe entfernte ….. es war ein selbstklebendes Schild, das in Reichweite an der Scheibe angebracht war.

In Vinales angekommen wurden wir natürlich alle von Unterkunftsbesitzern überfallen. Die anderen hatten Unterkünfte gebucht; ich nicht und daher hörte ich mir auch geduldig das Angebot der netten Dame an, aber CUC 25 für ein Zimmer ohne Frühstück für mich alleine war einfach zu viel. Da Vinales ein recht touristisches Städtchen ist, habe ich beschlossen bei einer Tasse Kaffee gemütlich auf die Karte zu schauen und mir Unterkünfte raus zu suchen. Gesagt, getan – und während ich in dem Café auf der anderen Strassenseite saß und sofort in ein nettes Gespräch mit Magda (eine ‚neue’) gekommen bin, kam eine junge Frau auf mich zu und bot mir ein Zimmer für CUC 20 inklusive Frühstück pro Nacht an. Es hörte sich gut an und es war nur wenige Minuten vom Zentrum entfernt, also bin ich ihr gefolgt und war die nächsten Tage sehr nett untergekommen. Es war sehr ruhig, ich hatte einen großen Raum mit eigenem Bad nur für mich alleine zur Verfügung, einer kleinen Terrasse, auf der mein einfaches Frühstück (Brot, Omelette, etwas Käse, Marmelade, Tee und eine Banane) jeden Tag liebevoll serviert wurde, einem Kühlschrank zur eigenen Benutzung und einer schönen Aussicht.

Heute Abend habe ich mich nach einer schnellen Erfrischung mit Magda getroffen, die ich vorhin im Café kennengelernt habe. Wir gingen mit ihr und ihren Freundinnen einen Cuba-Libre trinken und dann Salsa Tanzen. Es war ein lustiger Abend und ein netter Abschluss eines langen Anreisetages.

Da Vinales die ‚Hauptstadt‘ der Zigarren ist, habe ich mich für den nächsten Tag zu einem Ausritt angemeldet, um die Tabakfelder zu sehen und mir den Zauber der Zigarren erklären zu lassen. Um 10 Uhr habe ich mich mit dem Bauer getroffen, der mich eigentlich schon zu Pferde abholen sollte. Er kam statt dessen mit dem Fahrrad und ich lief die ersten 20 Minuten ans andere Dorfende, bis zu seinem Haus, wo der Ausritt begann, hinter ihm her. Er schien auch nicht besonders darüber begeistert zu sein, dass er nun Zeit für mich aufbringen musste, aber ich habe bezahlt, also wurde ich geduldet. Mein Pferd, Karolina war ein semi-automatik Pferd, das im Normalfall nur das macht, was ihr der Reiter befiehlt, aber sehr zahm ist. Dieses Mal hörte Karolina aber NUR auf den Bauer und nicht auf mich. Das heisst, auch wenn ich die Zügel in den Händen hielt und ihr die wenigen Befehle gab, die ich wusste, hörte sie nicht darauf und hörte nicht auf zu galoppieren, nur weil ich an den Zügeln zog. Aber gut, ich habe den Tag unbeschadet überstanden.
Zuerst ritten wir zu der Tabakfarm, die nur ungefähr 15 Minuten entfernt war. Gerade saß eine Gruppe Australier und Neuseeländer beim Zigarrenbauer und der Vortrag über die Philosophie einer Zigarre sollte genau in dem Moment starten. Als wir ankamen und unsere Pferde parkten, warteten sie noch einen kurzen Augenblick auf mich und dann ging es erst los.
Während der Präsentation habe ich einiges über die Zigarren erfahren, das vor einigen Tagen noch so geheimnisvoll aussah. An und für sich sind die dicken Markenzigarren auch nicht sehr viel besser von den handgedrehten, die von den Farmen kommen. Die Tabakblätter werden von den Bauern gezüchtet und an die Fabriken weiter gegeben; der Unterschied liegt darin aus welchen Blättern der Tabakpflanze gedreht wird. Diese wird in fünf Teile unterteilt; die ersten zwei, vom Boden beginnend, werden für die Zigarettenherstellung verbraucht. Sie werden auch als Abfall angesehen und müssen daher auch mit Zusatzstoffen gemischt werden, damit man sie überhaupt rauchen kann.
Die weiteren drei Teile der Tabakpflanze werden für die Zigarrenproduktion verwendet; der Wert der Zigarre steigt mit der Qualität der Blätter; die die ganz oben an der Pflanze wachsen, sind logischerweise am besten entwickelt und somit die teuersten.

Die Blätter werden zuerst luftgetrocknet; zusammen gebunden in Büscheln hängen sie über lange Baumstämme (2-3 Meter lang; kommt drauf an, wie die Trocknenscheune konstruiert ist) drüber bis zu 2 Monaten vor sich hin, um das meiste ihrer Feuchtigkeit abzugeben. Nach dieser Zeit enthalten sie immer noch einen gewissen Wasseranteil, der daraus resultiert, dass die Luftfeuchtigkeit allgemein auf Kuba sehr hoch ist. Der Wasseranteil ist gerade so hoch, dass man die Zigarre rollen kann, ohne die Blätter beim Rollen zu brechen. Das Blatt wird vorsichtig in zwei Teile entlang des Blattstiels gerissen und der Stiel wird entfernt, damit beide Teile des Blattes verwendet werden können. Im Blattstiel befindet sich der meiste Tabak und damit der Geschmack der Zigarre nicht von den Bitterstoffen des Tabaks verfälscht wird, wird er entfernt.

Die ‚Füllung‘ der Zigarre wird zwar auch gerollt, aber erst die äusseren Blätter geben der Zigarre die endgültige Form. Diese werden zu Dreiecken zugeschnitten und dann mit einer ganz besonderen Technik um die Zigarre herum gewickelt und mit Honig an den Rändern angeklebt. Nun ist die Zigarre soweit fertig; nur rauchen kann man sie noch nicht. Man muss sie weitere drei Tage zum Trocknen weglegen und dann darf man sie geniessen.
Ich habe noch nie in meinem ganzen Leben eine Zigarre geraucht und mochte den Geruch bisher auch nicht besonders, aber wenn man schon mal auf Kuba ist, dann muss man das mal probieren. Was soll ich sagen – ich habe es probiert und habe es schnell für gut befunden; insbesondere, weil man das Ende der Zigarre in Honig tunkt, nachdem man das runde Ende abgeschnitten hat und man so einen ganz milden rauchigen Geschmack erlangt. Zusammen mit einem Cuba-Libre in einer sonnigen Umgebung eine feine Sache ….. 😉

Nach der Präsentation sind wir alle zusammen weiter geritten und trafen uns weitere 20 Minuten später auf der nächsten Farm; der Kaffee-Honig-Rum Farm. Wie der Name der Farm schon verrät, baut der Bauer ein bisschen Kaffee an, hat Bienen und macht einen eigenen Rum (zusammen mit anderen Bauern, in einer Kooperation). Es war nett ihm bei der Erklärung des Prozesses von der Kaffeebohne zu einer Tasse Kaffe zu zuhören, zu sehen, dass hier noch viel manuell gemacht wird und auch mal Rum mit Honig und Orangensaft zu probieren. Die Farm ist sehr schön, man hat eine wunderschöne Aussicht auf das Vinalestal und der Bauer ist auch sehr nett, aber das hier war eine Kaffeefahrt gewesen, wo es nur darum ging, dass wir soviel Geld wie möglich hier lassen. Das ging in unserer Gruppe recht daneben, denn wir waren alle Backpacker und unser Budget war eingeschränkt, aber in erster Linie gefiel uns die Art der Vorstellung, die direkt auf Kauf ausgerichtet war, gar nicht. Daher haben wir unseren Durst mit einem Getränk gestillt und sind dann weiter geritten. Die andere Gruppe hatte noch ein wenig Zusatzprogramm und für mich ging es wieder ins Dorf zurück. Auch wenn der Bauer und sein Pferd nicht das Gelbe vom Ei waren, war der Tag schlussendlich ein sehr schöner gewesen. Den Abend habe ich ruhig im Schaukelstuhl verbracht, den Sonnenuntergang betrachtend und mein Buch lesend.

Am nächsten Tag stand ich etwas früher auf, weil ich mir vorgenommen habe wandern zu gehen. Rund um Vinales kann man wunderbar wandern gehen und vor allem ist man nicht von einen Fremdenführer abhängig. Also habe ich mir eine Karte besorgt (die leider nur annähernd die Realität widerspiegelt) und bin losmarschiert; in Richtung der Palmarito Höhle. Die erste Stunde lief ich an der Hauptstrasse entlang, mehr oder minder 7 km, wenn man den Wegweisern glauben schenken mag, um dann in ein Feldweg einzubiegen. Hier stand zum ersten Mal ein Schild mit dem Namen der Höhle.
Nach wenigen Minuten begegnete ich einer Gruppe sehr freundlich grüßender Menschen, die recht festlich angezogen waren. Da es Sonntag war, wurde ich überhaupt nicht stutzig und ging weiter. Als ich nach ein paar Schritten eine riesige Sau mit ungefähr 10 kleinen Ferkel saß, die mich sehr selbstbewusst anschaute und die auch scheinbar nicht von meinem Stock beeindruckt war, bin ich wieder umgekehrt und habe beschlossen diese Menschengruppe um Hilfe zu fragen. Es stellte sich raus, dass es Zeugen Jehovas waren und mit mir zuerst eigentlich über Gott und den Sinn des Lebens diskutieren wollten. Nachdem wir das aber geklärt haben, dass ich zwar aus Polen komme und wir dort auch Zeugen Jehovas haben, ich aber trotzdem nicht an einem Gespräch interessiert bin, hat sich der Chef der Gruppe trotzdem dazu bereit erklärt mit zu helfen. Er ging mit mir bis zu der Sau – die zu meinem Erröten schon längst den Weg geräumt hat und im Gebüsch verschwunden ist und erst nach dem wir die Stelle passiert haben wieder raus kam – und begleitete mich noch ein paar Schritte, damit ich unbekümmert weiter gehen konnte.

Der Weg wurde nun sehr matschig; überall war roter Schlamm und nach nur wenigen Schritten wechselten meine Schuhe die Farbe von dunkelbraun in rot. Als ich mir gerade überlegte, wie ich das nächste Wasser- und Schlammloch überqueren soll ohne auf dem Privatacker zu laufen, kam ein junger Mann, Carlos von hinten angelaufen und hat mir seine Hilfe angeboten – ihm über den Privatacker zu folgen. Er meinte, es sei schon in Ordnung.
Wir gingen weiter zusammen, denn er schien in dieselbe Richtung wie ich zu gehen; ganz ‚zufällig‘ hatte er einen Freund der direkt in der Nähe eine Tabakfarm hatte. Auch wenn ich am Tag vorher alles über die Herstellung der Zigarren hörte, habe ich es mir nicht entgehen lassen noch einmal zuzuhören und natürlich noch eine kostenlose Zigarre zu rauchen. 😉

Die Präsentation war mal wieder interessant und die Zigarre schmeckte hervorragend, aber nach ungefähr 45 Minuten beschloss ich weiter zu gehen, um mein eigentliches Tagesziel zu erreichen – die Höhle. Als ich mich verabschiedete, liess Carlos es sich nicht nehmen, mich weiterhin zu begleiten und brachte mich bis vor die Höhle. Es stellte sich heraus, dass man dafür doch Einritt bezahlen musste, auch wenn man vorher davon nichts wissen wollte. Da ich vorher Zigarren gekauft habe, hatte ich mein komplettes Kleingeld ausgegeben. Daher habe ich dem Fremdenführer am Höhleneingang gesagt, dass ich beim Zigarrenkauf mein komplettes Kleingeld ausgegeben hätte und daher meinen Eintritt nicht bezahlen könnte. Ich habe ihm die paar CUC-Münzen gezeigt (inklusive der paar CUPs, die ich in der Zwischenzeit gesammelt hatte) und er wechselte ganz schnell die Meinung und meinte ich bräuchte nichts zu bezahlen. Es war ausser mir auch niemand dort; erst als wir wieder aus der Höhle rauskamen, kamen ein paar Touristen an. Es war schön innen drin gewesen, aber ich bin mir nicht sicher, dass es einen Eintritt wert war.

Am Fuße der Höhle fliesst ein kleiner Bach vorbei. Ich beschloss dort eine kleine Mittagspause einzulegen. Carlos ging schon früher wieder heim; nachdem er sich im Bach erfrischte, schnappte er sich sein Fahrrad und ging los. Ich machte mich nach einer Weile erst wieder auf den Weg und dachte ich könnte einen anderen Weg zurück nehmen und eine Runde laufen. Leider waren die restlichen Wege noch schlimmer mit Schlamm ‚verstopft’, der nicht mehr nur die Schuhe bedeckte, sondern teilweise wohl auch bis zu den Knien und weiter reichte. Daher beschloss ich umzukehren und denselben Weg, an der Hauptstrasse entlang, wieder ins Dorf zu gehen. Es war später Nachmittag als ich in meiner Unterkunft angekommen bin und mit meinem Buch, beim Sonnenuntergang über Vinales den Tag ausklingen liess.

Am nächsten Tag wartete die nächste Wanderung auf mich. Heute, an meinem letzten vollen Tag in Vinales lief ich zur prähistorischen Mauer. Es ist nichts weiter als ein riesiger Fels, auf dem ein mexikanischer Künstler in den 60er Jahren ein Kunstwerk erschaffen hat, das allerdings immer wieder nachgestrichen werden muss, weil die Farbe aufgrund der Witterung immer mehr verblasst. Das Kunstwerk stellt eine prähistorische Malerei dar und hat – wider Erwarten 😉 – nichts mit prähistorischer Geschichte im engsten Sinne zu tun.
Als ich am Campingplatz angekommen bin und mir von Weitem diese prähistorische Mauer angesehen habe, stellte ich fest dass man CUC 3 Eintritt bezahlen muss, um die Mauer aus der Nähe zu sehen. Ich habe mich ziemlich schnell dagegen entschieden. Statt dessen habe ich beschlossen mich einem Einheimischen anzuschliessen und auf einen der Hügel rauf zu gehen, um einen wunderschönen Ausblick über Vinales und einen Mojito zu geniessen. Als wir oben angekommen sind, wusste ich, dass ich mich richtig entschieden habe – es war einfach wunderschön.

Drei Mojitos und ein paar Salsatänze später, sind wir wieder zurück gelaufen. Ich musste am gleichen Tag noch mein Busticket bezahlen, um am nächsten Tag nach Las Terrazas zu fahren …… also laut meines Plans, der sich leider etwas änderte.

Die Tage in Vinales gehören zweifelsohne zu den besten, die ich auf Kuba verbracht habe. Hier gibt es viel Natur und Wandermöglichkeiten, die Einheimischen sind nett und wollen ihre Sachen auch verkaufen, aber sind nicht so aufdringlich wie in anderen Teilen von Kuba, die Ausblicke ins berühmte Vinales Tal sind einfach fantastisch, die Zigarren schmecken und die Mojitos, die man hier mit Honig macht, sind die weltbesten. Macht auf jeden Fall einen Schlenker hierhin, wenn ihr auf Kuba seid – ohne in Vinales gewesen zu sein, habt ihr Kuba nicht gesehen!!!

Trinidad

Am 12. November 2017 um 19.30 Uhr fuhr unser Bus von Santiago de Cuba in Richtung Trinidad los. Wir hatten genug von Santiagos Chaos und Aggressivität und freuten uns auf die Nachtfahrt und Trinidad.
Leider hatte Viazul dieses Mal einen weniger guten Bus zur Verfügung gestellt, sehr heisse und arrogante Fahrer, denen der Fahrkomfort ihrer Gäste so gar nicht am Herzen lag und man daher die Klimaanlage auf 18 Grad stellen musste. Zudem stieg eine kubanische ‚Königsfamilie’ mit ein, die meinte der ganze Bus gehörte ihnen, weil sie sich tierisch ausbreiteten, drei Doppelsitze für drei Personen in Anspruch nahm und es völlig ignorierte, dass andere zu schlafen versuchten und sehr laut redeten.
Magda und ich hatten Mühe einzuschlafen und als wir am nächsten Tag in Trinidad angekommen sind, waren wir völlig fertig. Umso gelegener kam uns, dass uns am Vorabend ein Herr am Busbahnhof in Santiago angesprochen hat, um uns eine Casa Particulares anzubieten. Wir wurden also am Busbahnhof in Trinidad von jemanden abgeholt und zu Olga‘s Haus gebracht, Simon Bolivar Strasse 256. Es waren lediglich 4 Blocks vom Busbahnhof und es war schön hier. Wir bekamen ein leckeres Frühstück angeboten für CUC 5. Leider waren wir früh angekommen, denn genau 12 Stunden später um 7.30 Uhr morgens und das Zimmer war noch belegt gewesen. Wir mussten also etwas warten. Als wir unser Zimmer in Augenschein genommen haben, haben wir beschlossen zu bleiben; es war sehr schön, mit zwei getrennten Betten, einem eigenen Bad, das recht groß ausfiel, einer Klimaanlage und Ventilator, viel Ablagefläche und sogar einem kleinen Kühlschrank mit Getränken drin. Olga weiss eben, wie man Geschäfte macht. 😉 Wir akzeptierten das Angebot für das Zimmer CUC 20 pro Nacht und noch zusätzliche CUC 5 fürs Frühstück zu bezahlen. Insbesondere, weil unsere Erkältung sich wieder meldete und weil wir mittlerweile (3 h später) richtig müde waren.
Nach einer kurzen Erfrischung gingen wir uns ein wenig in dem kleinen Städtchen umsehen, einen Kaffee trinken und Tourenangebote zu sammeln. Wir wollten noch viel länger durch die Stadt laufen, aber es fing fürchterlich zu regnen an und als es eine halbe Stunde später immer noch nicht aufgehört hatte, sind wir wieder in die Casa gegangen. Es hat schlussendlich den ganzen Tag geregnet und wir haben ihn drinnen verbracht. Als wir aufwachten, war es schon dunkel und es regnete immer noch. Wir beschlossen unser Abendessen selbst zuzubereiten; es gab ein paar übrig gebliebene Kräcker, ein wenig Schokolade und Bier.

Am nächsten Morgen waren wir früh wach und wollten genauso spontan wie in Baracoa eine Tagestour buchen, indem wir in die Agentur Infotur reinspazierten. Leider gibt es in Trinidad viel mehr Touristen und auch nachdem wir zwei weitere Agenturen aufsuchten, hatten wir für heute keinen Platz mehr im Bus zum Nationalpark für die Wanderung dort bekommen. Dafür haben wir für den nächsten Tag eine Tour mit Gaviatours gebucht, sogar noch CUC 15 günstiger, als es bei Infotour der Fall gewesen wäre.

Da wir nun jetzt schon mal auf den Beinen waren (ok, es war mittlerweile 9 Uhr 😉 ), haben wir beschlossen dem Schicksal nicht zu widersprechen und uns weiterhin zu erholen – wir fuhren mit dem Bus zum Strand, Ancoa. Die Busse fahren um 9, 11 und 14 Uhr in Richtung Strand. Logischerweise haben wir den um 11 Uhr genommen. Nach knappen 25 Minuten waren wir angekommen; auch wenn es nicht weit war, aber der Bus fuhr sehr langsam. Es war einer der Busse nach Londoner Art, Doppeldecker mit faltbarem Dach und daher etwas wackelig auf den kubanischen Feldstrassen und solchen, die eher mit Löchern gepflastert waren.
Der Strand war schön weiss, das Wasser teilweise kristallklar (nur wenige Meter vom Strand entfernt wachsen viele Algen im Wasser und rauben ihr den Charme), aber ich muss zugeben, dass es mich nicht so wirklich vom Hocker gerissen hat. Es war leider auch etwas dreckig und die Herren, die am Strand rauf und runter liefen, haben eher die Aufreisser gespielt und versuchten so ein paar Kokosnüsse mehr zu verkaufen, statt sich auch mal um den Strand zu kümmern. Die Touristen, die sich hier sonnen nehmen es aber auch nicht so genau mit dem Müll und aschen den Strand mit Zigarettenasche voll, gefolgt vom Zigarettenstumpen …. Sehr enttäuschend.

Wir haben uns trotzdem nicht beirren lassen, haben uns von der Sonne bräunen lassen und die Abkühlung im Wasser genossen.
Der Preis für die Busfahrt pro Person beträgt CUC 5 und gilt für beide Richtungen. Um wieder zurück nach Trindad zu fahren, kann man den Bus um 12.30, 15.30 oder 18 Uhr nehmen. Wir haben uns für den um 15.30 Uhr entschieden, da wir mit noch zwei anderen Mädels, die wir aus Havanna kannten und die mittlerweile auch in Trinidad angekommen sind, zu Abend essen und daher nicht zu spät in der Stadt ankommen wollten.
Und tatsächlich konnten wir Frida und Cajsa erreichen und genossen zusammen ein tolles Abendessen in Guitarra Mia, wo es zum Abschluss eine Zigarre auf Kosten des Hauses gab, die wir allerdings nicht direkt rauchen mussten. 😉

Am nächsten Tag haben wir schon ein wenig früher gefrühstückt und waren pünktlich um kurz vor 9 Uhr zum Treffpunkt am Hauptmarkt gekommen, von wo aus unser Bus für den Tagesausflug zum Caburni Wasserfall abfuhr. Nach ungefähr einer Stunde Fahrt über eine sehr kurvige und steile Strasse waren wir alle sehr froh, als wir endlich oben am Kurhaus angekommen waren. Hier hat uns der freundliche Reisebegleiter dem Fremdenführer übergeben und während der nächsten ‚kolumbianischen’ 3-5 Minuten (also ungefähr 20 Minuten in europäischer Zeit gerechnet) ging es dann weiter zur Kaffeefinka, wo man uns einen Espresso oder Kaffee (je nach Wunsch) spendierte, gleich nachdem wir uns den Vortrag zum Thema Kaffee angehört haben. Ich gebe zu, dass ich mich hier ein wenig ausgeklingt habe, da ich dasselbe schon mal in Kolumbien gehört habe; den Espresso habe ich allerdings gerne genossen. 😉

Danach ging es endlich weiter; zum Ort wo wir unsere Wanderung beginnen sollten. Bei wunderschönem Wetter sind wir zuerst mal knapp 4 km runtergegangen; die Stimmung war ausgelassen bei der kunterbunt gemischten Gruppe, aber es gingen auch ein paar grimmige Gesichter mit, auch wenn die Sonne bis zum Anschlag schien. Wie auch immer gelaunt, wir mussten alle den steilen, matschigen und damit auch rutschigen Weg herunter und der eine oder andere ist auf seinem Hintern gelandet; dieses Mal war ich nicht dabei. Als eine der wenigen Personen, hatte ich meine Wanderschuhe angezogen und auch wenn es sehr warm darin war, war ich mehr als froh, sie an den Füßen zu haben.

Endlich am Wasserfall angekommen, haben wir zuerst mal ein paar Bilder gemacht und dann ging es in den Naturpool zum Schwimmen, herrliche Erfrischung bei der Hitze, um den ganzen Schweiss abzuspülen (auch wenn es nach unten ging, aber bei guten 25 Grad Aussentemperatur allerdings auch hoher Luftfeuchtigkeit schwitzt man trotzdem).

Leider mussten wir nach der tollen Erfrischung die knappen 4 km wieder hochlaufen. Es war nur halb so anstrengend, wie erwartet, aber geschwitzt waren wir schon heftig, als wir oben angekommen sind. Die Schuhe waren voller Schlamm und wir hungrig, aber super froh und beeindruckt von der Wanderung. Es war einfach wunderschön. Umso mehr freuten wir uns auf das Mittagessen, das uns erwartete; es war einfach, aber sehr gut (Reis mit roten Bohnen und ein Omelett).
Man hat uns versprochen, dass wir auf dem Rückweg an einem Aussichtspunkt halten würden, um den tollsten Ausblick schlechthin zu haben …… Leider war der Fahrer anscheinend darüber nicht in Kenntnis gesetzt worden und so fuhren wir daran vorbei. Auf meine Anfrage hin, warum wir denn nicht gehalten haben, meinte er nur, dass er davon nichts wusste. Auch wenn es schon etwas spät war und es genauso eine Ausrede hätte sein können, haben wir es ihm geglaubt; umso mehr noch, als er nur wenige Meter später mitten auf der engen und kurvigen Strasse angehalten hat, damit wir unser Bild schiessen konnten – zwar aus dem Bus heraus, aber immerhin.

Eigentlich dachte ich, dass ich am nächsten Tag in der Stadt bleiben würde, um sie mir genauer anzusehen. Schlussendlich haben wir uns aber entschieden wieder zum Strand zu fahren, noch ein bisschen Sonne zu tanken und uns von den Anstrengungen eines Dauerreisenden zu erholen. 😉 Herrlich so ein Leben. Am späten Nachmittag, als wir wieder in Trinidad angekommen sind – in einem viel zu kleinen Bus, der aus Gummi zu sein schien – hatten Magda und ich eine neue Bekannte aus Österreich, Lisa im Schlepptau. Wir gingen zu dritt zum Aussichtspunkt über der Stadt und verabredeten uns – zusammen mit Frida und Cajsa – für 19 Uhr zum Abendessen.

Da Frida und Cajsa am nächsten Tag ebenfalls nach Havanna fahren wollten, hatten wir uns ein Taxi geteilt, das um die angenehme Zeit 9 Uhr startete, statt eines Busses, der schon um 7.30 Uhr gefahren wäre. Der Preisunterschied zum Bus betrug CUC 2 pro Person, aber wir haben beschlossen, dass wir es uns leisten können. 😉
Auch wenn die Gesamtfahrzeit gerade mal 3,5 Stunden betrug, haben wir nach knappen 2 Stunden angehalten, damit wir die Toilette benutzen könnten und der Fahrer seinen Kaffee trinken konnte. Es ist schon erstaunlich, wie oft man halten muss in Kuba, um ans Ziel zu kommen. Egal wie lange oder kurz man fährt, man hat die ganze Zeit das Gefühl, dass man die selbe Strecke in ungefähr der Hälfte der Zeit bewältigen könnte, wenn man nicht so oft halten würde. In Kuba ist alles nicht nur ‚manana’ sondern ‚manana manana’. 😉 Egal, wir kamen wie versprochen um kurz nach 13 Uhr an. Ich musste mich schweren Herzens von meiner Reisebegleitung Magda verabschieden; sie hatte noch zwei Tage in Havanna, bevor es weiter im Reiseplan ging.
Für mich ging es weiter auf Kuba und zwar nach Vinales.

Tindad war toll; die ach so sehr angepriesene Stadt hat mir gut gefallen, aber ich muss sagen, dass sie sich in meinen Leienaugen nicht allzu sehr von den bisher gesehen Städten unterschied. Ich habe viel mehr die Gegend herum genossen; den Park und sogar den Strand, auch wenn ich kein Strandliebhaber bin. Sollte ich nochmal nach Kuba kommen, werde ich gerne wieder nach Trinidad kommen; wegen der oben erwähnten Sachen, aber auch deshalb, weil man hier als Tourist nicht so sehr belästigt wird und die Menschen viel freundlicher sind, als im Osten von Kuba.

Santiago de Cuba

Der Viazul Bus nach Santiago de Cuba fuhr am 10. November 2017 um 8.45 Uhr vom Terminal in Baracoa ab. Wir mussten aber schon eine Stunde vorher dort sein, denn als wir unsere Fahrkarten schon am Vortag kaufen wollten, hatten wir unsere Reisepässe nicht mitgebracht und man uns die Fahrkarten nicht verkauft.
Also erschienen wir um kurz vor 8 Uhr (um den besten Eindruck vom Land zu haben, muss man sich an die Eigenarten des Landes anpassen 😉 ) am Busbahnhof und kauften unsere Fahrkarten für CUC 15. Danach mussten wir unsere Rucksäcke zum Einchecken aufgeben; da mein Rucksack genau 2 kg schwerer als 20 kg war, musste ich tatsächlich CUC 1 bezahlen, auch wenn der Bus nur zur Hälfte voll war. Der Mann lachte nur schäbig, als ich nochmal nachfragte, ob das auch wirklich so ist…… Also bezahlte ich und wir warteten, bis es endlich Zeit war in den Bus zu steigen. Der Busfahrer, selbsternannter Gott und Adonis, hatte kurz vorher zwei weisse Mädels zurückgepfiffen, weil sie in den Bus einsteigen wollten.
Wir fuhren tatsächlich pünktlich ab und waren sogar eine halbe Stunde vor der Zeit, also schon um 13 Uhr in Santiago de Cuba. Hier ausgestiegen, wurden wir sofort mit Anfragen über Taxis und Unterkünfte überhäuft. Wir hatten uns jedoch eine Casa Particulares aus dem Reiseführer ausgesucht und machten uns auf den Weg dahin. Es war wiedermal sehr heiss und daher beschlossen wir ein Fahrradtaxi zu nehmen. Wir dachten zuerst, dass es platztechnisch nicht möglich ist mit zwei Passagieren inklusive 4 Rucksäcken da rauf zu steigen. Aber wo ein Wille, da ein Gepäckträger und so hat der Fahrer meinen Rucksack aussen befestigt, Magdas Rucksack haben wir zwischen unsere Beine, die zwei kleinen Rucksäcke auf die Knie genommen und so ging es zur ‚Lola‘. Als wir dort klingelten, machte uns ein etwas abwesender Mann die Tür auf; er schaute aus, als wenn er sich gerade mit Drogen und Alkohol vollgestopft hätte. Wir haben nicht im Voraus gebucht, also fragten wir ihn, ob es noch freie Zimmer gibt. In dem Moment kam auch eine ‚Lola’, die ein bisschen wie eine ‚Lolita’ aussah und erklärte uns, dass sie noch ein Zimmer frei hätte, aber wir bis abends um 20 Uhr darauf warten müssen. Die Vormieter würden erst abends abfahren und hätten ihre Sachen noch im Zimmer drin. Als ‚Lola‘ merkte, dass wir nicht so begeistert waren, bot sie uns an beim Nachbar auf der anderen Straßenseite anzurufen, ob es dort noch freie Zimmer gäbe. Wir hatten Glück und nach kurzen Verhandlungen haben wir das Zimmer für CUC 15 pro Nacht für uns beide bekommen (Lola wollte CUC 20), ebenfalls ohne Frühstück, aber für CUC 5 kann man schon ein gutes Frühstück finden. Ursprünglich gab es im Zimmer nur ein Bett, wir haben sogar noch ein zweites hereingestellt bekommen und auch wenn das Bad nur einen Vorhang statt einer Tür hatte, war es fast gemütlich hier.

Nach einer kurzen Erfrischung gingen wir in die Stadt, weil wir Hunger hatten und aßen wohl eine der schlechtesten Pizzas des Universums. Sie hatte keinen Geschmack, die Wurst, die drauf war, war einfach nur ekelig, das Hähnchen trocken, die Tomaten und der Käse schmeckten fad und nur nach Fett. Die Esskultur hier in Kuba scheint sich auch größtenteils auf Fastfood zu beschränken, also war es ein wenig schwierig etwas anderes als Reis mit Hähnchen oder Fastfood zu finden; wir haben uns für Pizza entschieden, weil sie günstig war und auf den Tellern der anderen schmackhaft aussah. Nun ja, man kann sich eben täuschen.

Da es schon knapp 16 Uhr war, haben wir beschlossen uns nur ein wenig in der Nachbarschaft umzusehen und uns dann für die Nacht vorzubereiten. Wir gingen heute aus; es hiess, dass Santiago gut dafür sei und da es gerade Freitag war, war es der ideale Zeitpunkt zum Ausgehen. Nachdem wir ein paar Pläne geschmiedet haben, wohin wir gehen sollten, haben wir mit einem Cuba-Libre in einer Bar in der Fußgängerzone angefangen. Es dauerte genau 5 Minuten, bis der Kellner uns nicht nur danach fragte, ob unsere Getränke in Ordnung seien, aber auch eine Tour durch Santiago für den nächsten Tag anbot. Wir haben gesagt, wir würden darüber nachdenken in der Hoffnung, dass er es vergessen würde. Als wir bezahlt haben, bewies er fantastisches Erinnerungsvermögen, aber wir lehnten ab. In der Zwischenzeit kam ein anderer Herr von der Straße sogar all die Treppen zu uns hoch, nur um uns ein wenig nach unseren Plänen für die Nacht auszufragen und uns ein paar gute Clubs, Drogen und Sex anzubieten …… Eine sehr aufdringliche und offensive Art jemanden anzubaggern.

Von hier aus gingen wir einfach nur die Strasse runter und kamen am ‚Casa de Queso’ (Käsehaus) an. Der Name klang für uns zuerst eher nach Essen, aber als wir sahen, dass dort Live-Musik gespielt wurde, bezahlten wir gerne CUC 1 Eintritt pro Person, bestellten uns einen Cuba-Libre und genossen die Musik. Dabei fiel uns eine Gruppe weißer, älterer Herren auf, die mitten im Lokal zusammen mit kubanischen Damen der Musik lauschten und sie immer wieder betatschten. Leider ein Bild, das man hier in Santiago oft sieht. In dem Moment schämten wir uns, dass wir weiss waren. Die Damen waren erwachsen und wussten, was sie da taten, aber schon traurig, dass die Herren sowas unterstützen müssen…..
Nach einigen weiteren Musikstücken gingen wir weiter; in ein Tanzlokal namens St. Pauli und dort verbrachten wir den Rest des Abends/Nacht und tanzten bis sich die Balken bogen zu Salsa, Rumba und allem anderen was gespielt wurde.

Am nächsten Tag war aber wieder Kultur und politische Geschichte angesagt; natürlich erst nachdem wir ausgeschlafen und gegen Mittag gefrühstückt haben.
Wir haben uns auf den Weg durch das historische Santiago gemacht, wobei wir unseren Spaziergang von hinten nach vorne gemacht haben, da wir quasi am falschen Ende von Santiago wohnten. Wir fingen es daher mit einem Besuch an der ehemaligen Kaserne Cuartes Moncada an und arbeiteten uns dann nach vorne, vorbei an den Stadtplätzen Marte und Dolores, an den Museen des Emilio Bacardi (der ‚vom Rum‘ ;)) und des Karnevals und den auf der gegenüberliegenden Strassenseite sitzenden und spielenden Musikers, sowie an Häusern einiger Künstler Santiagos.

Natürlich durfte ein kurzer Besuch auf der Dachterrasse des berühmten Hotels Casa Granda nicht fehlen, wo Fidel Castro hätte interviewed werden sollen, es aber durch äussere Umstände nicht dazu kam. Hier genossen wir natürlich ein erfrischendes Getränk – dieses Mal einen Mojito, um die Vielfalt zu wahren. 😉

Nach der Erfrischung gingen wir an der Kathedrale vorbei, durch die Parks und beendeten den offiziellen Teil des Spaziergangs im Stadtteil El Tivoli. Es ist als der schönste und bunteste von Santiago beschrieben; wir sahen das nicht ganz so, war aber nicht so schlimm.

Unseren Spaziergang krönte ein Besuch auf dem Santa Ifigenia Friedhof, wo Fidel Castro beerdigt wurde, der am 25. November 2016 verstorben ist.
Wie auf ganz Kuba herrscht auch hier Zucht und Ordnung. Wir mussten uns zuerst bei einer Ordnungshüterin registrieren lassen (also um ehrlich zu sein, fragte sie nur nach unserem Herkunftsland…. hier ist man als polnische Staatsbürgerin besser dran 😉 ). Dann wurden wir zur nächsten Dame geschickt, die uns den genauen Verlauf unserer Besichtigungstour auf dem Friedhof erklärte. Sobald wir nur einen Fuß in die falsche Richtung setzten, gab es irgendjemanden, der uns sofort berichtigte und auf den ‚richtigen’ Weg zurückwies. Als wir uns dem Grab von Fidel Castro näherten, wurde gerade zur Wachablösung geläutet. Also haben wir uns das auch angesehen, natürlich nur von einer vorher genau hingewiesenen Stelle aus. Die Wachablösung findet alle 30 Minuten statt, aber die Herren und Damen Soldaten scheuen nicht die weiblichen Touristen anzustarren, während sie Wache halten.
Nach der Wachablösung – die weniger vor dem Grab des Fidel Castro als dem Mausoleum des Jose Marti stattfindet – durften wir uns das Grab des einstigen Revolutionisten Kubas ansehen, ein Bild machen und mussten dann wieder in eine bestimmte Richtung weiter gehen. Der Santa Ifigenia Friedhof ist der erste Friedhof meiner Reise, wo ich mitten darin nach einem Eintrittsgeld (CUC 3) gefragt wurde. Wir haben abgelehnt es zu bezahlen. Damit war unser Besuch hier beendet und wir gingen zurück Richtung Innenstadt.

Santiago de Cuba hat mich leider nicht verzaubert, insbesondere da ich erfahren musste, dass es hier Rassismus gibt. Als ich in einem Geschäft eine Flasche Wasser kaufen wollte, aber leider nur die Touristenwährung (CUC) hatte statt der Moneta National (CUP), hat man mir gesagt, dass ich damit nicht bezahlten könnte, auch wenn es am Vortag möglich war. Als ich in einem Café einen Kaffee kaufen wollte, hat man mir gesagt, dass man keinen Kaffee an Weisse verkaufen würde – so glücklich ist man gar nicht hier, dass Touristen kommen. Die Stadt an sich ist auch nicht besonders schön und wie es schon im Reiseführer steht, man liebt oder hasst Santiago de Cuba, nur wenige bleiben gleichgültig – ich zähle mich eher zu den wenigen als zu einer der extremen Gruppen. Ich hatte hier eine nette Zeit, müsste aber nicht unbedingt zurückkommen.

Baracoa

Nach 3 Tagen Havanna war es Zeit zum Weiterziehen; nach langen reiflichen Überlegungen sind Magda und ich mit dem angeblichen Expressbus nach Baracoa gefahren. 20 Stunden hat die Fahrt gedauert, mit dem Bus der Firma Viazul, der um 12 Uhr mittags abfahren sollte. Die Klimaanlage war viel zu niedrig eingestellt, so dass es wirklich kalt war und wir mit Jacken und langen Hosen drinnen saßen, während es draussen über 20 Grad waren.
Da wir zuerst nur eine Fahrkarte nach Santiago de Cuba für CUC 51 gekauft haben (nachdem wir eine halbe Stunde in der Schlange standen) und uns erst später entschieden haben bis nach Baracoa zu fahren, mussten wir unseren ohnehin schlechten Schlaf unterbrechen und für die Anschlussfahrkarte genau dann, als wir in Santiago angekommen sind CUC 15 pro Person nachzahlen und unser Gepäck im Auge behalten, damit es nicht versehentlich aus dem Bus ausgeladen wird. Das alles geschah um 2 Uhr morgens und danach konnten wir weiter versuchen einzuschlafen. Um 7 Uhr kamen wir in Baracoa, dem kubanischen Sibirien an.
Am Busbahnhof hatten uns schon Unmengen von Taxifahrern und Casa Particulares (Privathäuser) Anbietern erwartet. Wir haben uns zuerst mal aus der Menge heraus gekämpft, um unsere Rucksäcke anzuziehen und uns zuerst mal zu sortieren. Als wir damit fertig waren, kam eine junge Frau und bot uns ihr Appartement an, CUC 15 inkl Frühstück pro Nacht für 2 Personen an. Das Angebot war gut und wir haben es angenommen und sind mit ihr ins Haus gegangen. Es waren nur ein paar Minuten zu gehen, trotzdem wurden wir alle paar Meter von jemandem angesprochen, ob wir ein Taxi wollten. Da wir die ganze Zeit im Bus saßen, wollten wir lieber laufen.
Das Appartement stellte sich als ein nettes raus; wir hatten zwei große bequeme Betten, ein großes Bad, eine Küche, leider ohne Kochgelegenheit, aber mit einem Kühlschrank, den wir benutzen konnten, einem großen Tisch, wo uns täglich ein Frühstück (bestehend aus Eiern, Brot, Butter, Käse, Honig, Tee aus frischen Kräutern, Trinkschokolade, Frucht und Saft) liebevoll serviert.
Leider kamen wir beide ein wenig verschnupft in Baracoa an, haben uns daher zuerst ein wenig natürliche Medizin (Knoblauchsaft, war das einzige was man uns verkaufen wollte, da alles hier verschrieben werden muss) besorgt und haben den Rest des Tages im Bett verbracht. Die zu tief eingestellte Klimaanlage war da nicht sehr behilflich.

Hier im beschaulichen Baracoa konnten wir uns gut erholen und den fehlenden Schlaf in den Nächten in Havanna nachholen. Baracoa diente früher als das kubanische Sibirien. Hierhin schickte man alle ins Exil, die dem kubanischen System irgendwie schädigten. Sicherlich war es damals nicht so schön und lebendig hier, wie heute. Auch wenn Baracoa sehr klein ist, hat es ein sehr belebtes Stadtzentrum, viele Restaurants und Bars, einige Geschäfte (in denen die Klimaanlage wie verrückt läuft) und ausser den Einheimischen, auch einige Touristen.

Nachdem wir geschlafen haben, haben wir uns auf den Weg gemacht, etwas zum Abendessen zu suchen, denn Baracoa soll sehr gute Küche haben. Leider haben wir es am ersten Abend nicht so gut getroffen. Der fantastische Fisch, der in Kokossauce serviert werden sollte, hat wohl nur einige Sekunden darin gelegen und mit einer Handvoll Reis und Pommes statt Salat sah es schon auf den ersten Blick nicht besonders appetitlich aus. Schlussendlich war es besser als es aussah, aber definitiv weit von fantastisch entfernt. Zum Glück hat 1963 Che Guevara eine Schokoladenfabrik hier eröffnet, die man leider nicht besuchen kann, die aber immer noch leckere Schokolade und Trinkschokolade herstellt. Wir haben uns also nach dem Essen noch eine Tasse heisse Schokolade (manche mit Rum, wir sind ja schliesslich in Kuba 😉 ) zum Dessert gegönnt.

Da wir nicht wussten, wie wir uns am nächsten Tag fühlen würden, haben wir keine Tour gebucht, sondern haben beschlossen es erst am nächsten Tag zu entscheiden, wie wir den Tag gestalten. Nach einer gut durchgeschlafenen Nacht, fühlten wir uns um einiges besser und sind ins Reisebüro ‚Infotour‘ gegangen und haben uns erkundigt, ob wir am gleichen Tag noch eine Tour irgendwohin buchen könnten. Wir hatten sehr viel Glück, denn die Tour zum Humbold Nationalpark war an dem Tag etwas spät dran und nicht ausgebucht und so gingen wir zu dem Hotel, wo der Bus wartete und waren so innerhalb weniger Minuten auf dem Weg zum Nationalpark; dem Ziel, womit wir am Vorabend geliebäugelt haben.

Nach knappen 1,5 Stunden Fahrt waren wir an einer Bushaltestelle in der Nähe eines kleinen Dorfes angekommen, das zum Eingang des Nationalparks führte. Als sich alle mit Sonnencreme eingeschmiert haben, fingen wir unsere 7 km lange Wanderung an. Unser Fremdenführer hat uns unterwegs ein paar Pflanzen gezeigt, die man als natürliche Medizin verwendet. Danach sind wir in den Regenwald eingetaucht und folgten dem rauf und runter verlaufenem Pfad, kreuzten ein paar Flüsse und machten auf dem halben Weg Pause, um unter einem kleinen aber schönen Wasserfall zu schwimmen und uns von der Hitze zu erholen.

Danach war es nicht mehr weit, bis zum Trinkstelle, wo ein kubanischer Bauer die frischen Kokosnüsse für uns öffnete. Auch wenn sie warm waren, frischer Kokosnussaft ist immer lecker. Da es Magdas Geburtstag war, haben wir mit den überdimensionalen Gläsern angestoßen.

Von hier aus ging es zum Strand, wo wir gute 1,5 Stunden Zeit hatten, das warme Wasser zu geniessen. Einfach herrlich sich darin treiben zu lassen.

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Damit war der Tag zu Ende und als wir um kurz nach 17 Uhr in Baracoa angekommen sind, haben wir uns wieder auf die Suche nach einem Platz fürs Abendessen gemacht. Heute waren wir erfolgreicher, denn die kleinen Fische, die es nur in Baracoa gibt, waren hervorragend mit Knoblauch zubereitet und mit Reis und Salat serviert.

Den folgenden und letzten Tag haben wir sehr entspannt in der Stadt verbracht, sind kreuz und quer dadurch gelaufen, haben noch ein wenig Schokolade genossen und uns auf die Abreise am nächsten Tag vorbereitet.

Havanna

Nach 9 Monaten in Südamerika war es Zeit für eine neue Mentalität. Ich habe mich schon lange sehr darauf gefreut nach Kuba zu fliegen und am 2. November 2017 war es dann endlich soweit. Bis nach Havanna war es jedoch ein weiter Weg von Quito. Mein Wecker klingelte um 4 Uhr morgens, um 5 Uhr kam mein Taxi, um zum Flughafen zu fahren, dort hiess es zuerst mal Warten, denn der Schalter öffnete erst um 6.30 Uhr und ich bin – dank des rasenden Taxifahrers – schon um 5.30 Uhr (normalerweise benötigt man 45 Minuten statt 30 …..) am Flughafen angekommen. So habe ich einen Kaffee getrunken und habe noch das Internet genutzt, denn auf Kuba ist es bekanntlich schwierig damit. Ich dachte nicht, dass um 6.45 Uhr schon so viele Personen in der Schlange stehen werden und war etwas erstaunt, als ich mich hinten einreihte. Aber ich war der Meinung, dass es schnell gehen würde ….. nicht bei Aeromexico. Es dauerte 1 Stunde bis ich überhaupt mal an die Reihe kam. Leute hatten viele Sachen mit den Mitarbeitern an den Schaltern zu besprechen; ich fühlte mich sicher, da ich dieses Mal einen Rückflug gebucht hatte, das Flugticket zwar nur online, aber direkt greifbar, mein Gepäck war nicht zu schwer (23 kg Gepäck zum Einchecken waren im Preis einbegriffen) und so weiter; ich war halt gut vorbereitet ….. dachte ich zumindest. 😉
Als ich endlich an den Schalter kam, war ich mir sicher, dass es bei mir nicht länger als 10 Minuten dauern würde, inklusive dem Ausfüllen eines speziellen Adressaufklebers, das jeder machen musste.
Leider habe ich mich sehr verschätzt, denn als ich an die Reihe kam, hat mich die Dame zwar sehr freundlich begrüßt und hat mich im System auch direkt gefunden, aber dann wollte sie eine Flugbestätigung von Havanna nach Deutschland sehen, die ich jedoch nicht hatte. Mein Flug aus Kuba heraus ging nach Miami mit Delta Airlines, was für mich auch ein Verlassen des Landes Kuba darstellt, auch wenn ich noch nicht nach Hause fliege. Das sah die Dame anders, sie war aber wenigstens sehr kooperativ und hat ihre Kollegen zurate gezogen. Schlussendlich war man sich sicher, dass es in Ordnung geht, wenn ich ‚nur‘ nach Miami fliege und nicht direkt in mein Heimatland. Sie wollte also die Flugnummer ins System eintragen und schon standen wir vor dem nächsten Problem; ich hatte diese Information noch nicht zugeschickt bekommen, dafür aber die Nummer des Anschlussfluges von Miami. Die Fragen an mich und meine Erklärungen, dass ich diese Information noch nicht habe, gefolgt von weiteren Beratungen mit den anderen Mitarbeitern und dem Vorgesetzten, was nun zu tun sei, hörten nicht auf. Man zeigte sich wiedermal sehr kooperativ und hat die Nummer des Anschlussfluges akzeptiert, mit der Bitte, ich solle mich doch mit Delta in Verbindung setzen und die Flugnummer des Fluges nach Miami rausfinden (man könnte mich danach in Mexico City beim Umsteigen nochmal fragen). All das dauerte fast genau 30 Minuten und nachdem ich auch noch meinen Adressaufkleber ausgefüllt habe und einen weiteren Aufkleber am Handgepäck befestigt habe, bekam ich die beiden Boardingpässe (Quito – Mexico City – Havanna) und durfte weiter gehen.
Nachdem ich die Sicherheitsbereiche passiert und meinen Ausreisestempel aus Ecuador bekommen habe, habe ich das Internetportal myholidays.com kontaktiert, um die Flugnummer rauszufinden. Leider hat das vor dem Flug nicht mehr funktioniert und ich dachte, dass ich die Information in meinem Postfach finden werde, wenn ich in Mexico City gelandet bin. Vor lauter lauter habe ich fast den Flug von Quito verpasst; auf meinem Boardingpass stand statt der Boardingzeit die Abflugzeit und so dachte ich, ich hätte noch jede Menge Zeit; im Hinterkonpf habend, dass bekanntlich das Boarding in nur ganz seltenen Fällen pünktlich anfängt; und in Südamerika war das bisher noch nie der Fall…. Als ich plötzlich die Durchsage: ‚this is the final call for the flight to Mexico City’ hörte und auf die Uhr schaute, gingen plötzlich alle Lichter an, ich packte meine Sachen zusammen, bezahlte mein Getränk und rannte durch den Flughafen; zum Glück war noch ein Herr sehr spät dran, also gingen wir zusammen an Board. Puh, ganz schön Glück gehabt. Vor lauter Aufregung über den fast verpassten Flug und die Gedanken an die Flugnummer des anderen Fluges konnte ich im Flieger nicht schlafen; ich wollte eigentlich den Schlaf der Vornacht nachholen…. 😉
Nach knapp 5 Stunden kamen wir heil in Mexico City an. Nach dem ich meinen Einreisestempel bekommen habe, musste ich meinen Rucksack von einem Band (Ankunft) zum anderen Band (Anschlussflug) verlegen. Ich wartete eine Weile auf meinen Rucksack und stellte irgendwann fest, dass er auf der Seite lag. Der Gurt, den ich um meinen Rucksack herum hatte, an dem auch der Adressaufkleber und der Eincheckbeleg dran waren, ist verloren gegangen, so dass niemand wusste, was damit passieren sollte. Das bedeutete, dass ich zuerst mal einen neuen Eincheckbeleg organisieren musste, was ich aber ohne Komplikationen und schnell erledigen liess. Danach habe ich meinen Rucksack zum Band für Anschlussflüge gebracht und ging durch die Hallen, mir die Zeit vertreiben.
Zuerst habe ich natürlich die Emails geprüft und stellte fest, dass ich keine Email mit den Flugdaten von myholidays.com bekommen habe; was mich sehr nachdenklich stimmte. Ich fand nun die vierte Email in Folge, in der man mich nach meinem Namen und der Emailadresse fragte….. das bedeutete für mich, dass man mich nicht im System gefunden hat, was mich ein wenig nervös machte, denn der Anschlussflug am 28. November stand fest (hierfür hatte ich alle Flugdetails), aber der vorherige eben nicht. Nun war ich aber zuerst mal so müde, dass ich auf meinem Handgepäck während des Sitzens eingeschlafen bin und wachte erst 40 Minuten später auf. Erst dann konnte ich wieder einen klaren Gedanken fassen, bin zu dem Schalter der Fluggesellschaft Delta gegangen und habe mich nach dem Stand der Dinge erkundigt. Der Herr bestätigte meine Befürchtung – mein Name tauchte nicht auf der Passagierliste auf…..
Um rauszufinden was passiert ist, habe ich mir die Bewegungen auf meinem Bankkonto angesehen und dabei rausgefunden, dass die Zahlung anscheinend niemals ausgeführt wurde, auch wenn ich mir sicher bin, dass ich sie getätigt habe, aber vielleicht gab es einen Fehler im System oder oder oder. Auf jeden Fall war der Stand der Dinge, dass ich gerade auf dem Weg nach Kuba war, wo man eher davon ausgeht keinen Zugang zum Internet zu haben, plötzlich doch keinen Rückflug hatte, der Schalter der Delta Fluggesellschaft mittlerweile geschlossen hatte, die Zeit auf dem Flughafen in Mexico City abgelaufen ist und ich einchecken musste.

Zuerst mal galt es nun in Havanna anzukommen; nach weiteren 3 Stunden Flug ist mir das auch gelungen; als wir gelandet sind war es schon 23 Uhr und dachte nun ginge alles ein wenig schneller. Leider nicht, denn ich musste ja zuerst mal eine Touristenkarte kaufen und der Herr, der sie verkaufte, war nicht am Schalter. Zusammen mit einem Pärchen warteten wir also ungefähr 30 Minuten, bis er kam und uns die Karten verkaufte. Ich habe mich auf einen Preis von USD 35 eingestellt und nur durch einen Zufall hatte ich mehr Bargeld im Geldbeutel als erwartet. Gut so, dann die Touristenkarte kostete mich satte USD 87. Danach war keiner mehr am Einreiseschalter, also musste man wieder jemanden finden; dieses Mal musste die Person sich bereit erklären mir einen Einreisestempel zu geben, danach musste man eine weitere Person finden, die mich und mein Handgepäck überprüfte und dann erst durfte ich auf mein großes Gepäck ausserhalb der Sicherheitskontrolle warten. Bis ich das Flughafengebäude verlassen hatte, verging fast eine ganze Stunde.
Auf dem Weg zum Ausgang habe ich eine Argentinierin angesprochen, ob wir uns ein Taxi teilen könnten und nach weiteren 20 Minuten, in denen wir Geld aus dem Geldautomaten ziehen konnten, unser Fahrer noch einen Kaffee trank und sein Begleiter irgendwohin verschwand und erst später zurückkam, konnten wir endlich in Richtung Stadt fahren.
Die Argentinierin stieg zuerst aus und ‚standardmäßig‘ wollte der Fahrer, den Preis von CUC 15 auf CUC 25 anheben, weil ich jetzt alleine im Taxi saß. Dazu kam es natürlich nicht und als ich am Hostel ankam, habe ich nur die vereinbarten CUC 15 bezahlt und habe nach 22 Stunden (die Zeitverschiebung nicht mit eingerechnet) mein Ziel endlich erreicht. Ich war sehr froh, als ich irgendwann im Bett lag.

Leider konnte ich nicht besonders gut schlafen, insbesondere weil ich von den einheimischen Insekten sehr intensiv begrüßt und somit sehr zerstochen wurde. Ich ähnelte einem Streuselkuchen, als ich am nächsten Tag aufgestanden bin. Nach den ersten Gesprächen mit den anderen Backpackern stellte es sich heraus, dass es Bettwanzen waren …… wenig erfreulich und sehr juckend.
Aber der erste Tag in Havanna sollte noch nicht der Stadt dienen, sondern meinem Flug, den ich buchen musste. Ich hatte wohl sehr viel Glück, als ich meine Internetkarte kaufte und damit zu dem Platz unweit des Hostels Rolando’s Backpacker, in der San Miguel Strasse 567 ging, denn meine Verbindung war so gut, dass ich meine Emails zum letzten Mal abrufen und einen Flug buchen konnte. Danach sollte es unmöglich werden sich einzuloggen; zumindest für mich.

Das Hostel Rolando’s Backpacker ist ein nettes Hostel, hat mehr oder minder bequeme Betten, ein Bad in jedem Zimmer inklusive warmen Wassers, man kann hier Frühstück (Brot, gebratene Mortadella (statt Eier, die zwar angeboten werden, aber nicht vorhanden sind), Guavesaft, Butter, Marmelade, Tee und Kaffe) für CUC 3 oder dieselbe Version noch mit einer Portion Früchte dazu für CUC 4 erwerben, einer Dachterrasse ohne besonders tollen Ausblick, aber nett zum Verweilen, die Mitarbeiter sind sehr nett und hilfsbereit. Wenn man das Hostel im Internet bucht, dann kostet das 5 Bett Zimmer CUC 9 und wenn man einfach nur vor der Tür steht, dann sind es CUC 10…. Finde ich ein wenig komisch, insbesondere, weil man sich hier in einem Land fast ohne Internet befindet…. aber in Ordnung, so ist es nun mal.
Ich habe den Tipp dieses Hostel zu buchen von Reisenden bekommen, die schon auf Kuba waren, weil ich nach einer Reisebegleitung für Kuba gesucht habe. Und es sollte sich auszahlen, denn in meinem Zimmer war – ausser zwei Schweizerinnen – eine schwedische Polin, Magda, die dieselben Orte auf Kuba besuchen wollte wie ich. Wir haben uns direkt gut verstanden und haben beschlossen zusammen zu reisen.

Da sie schon zum zweiten Mal in Havanna ist, kennt sie sich ein wenig aus und so haben wir den Nachmittag zusammen in der Stadt verbracht, indem wir was essen waren (mexikanisch) und danach zum Busterminal gefahren sind, um eine Fahrkarte für den Bus am Montag nach Santiago de Cuba zu kaufen. Wir haben uns im Hostel erkundigt und es hiess, dass man Fahrkarten bis nach Santiago immer im Voraus und auch nur am Terminal kaufen kann. Wir haben probiert in den Reisebüros der Luxushotels Fahrkarten zu kaufen, aber leider erfolglos. Die Kontingente waren ausgeschöpft, also mussten wir in den sauren Apfel beissen und mit dem Taxi ans andere Ende der Stadt fahren und die Fahrkarte am Busterminal zu kaufen. Wir hatten aber Glück und bekamen noch eine, auch wenn es nur für den Expressbus war – was zuerst mal super klingt, aber der Bus kommt um 1 Uhr morgens in Santiago an und damit werden wir einige Stunden am Busbahnhof verbringen müssen, bis wir irgendwohin gehen können.

Als wir zurückkamen, hat mich die Müdigkeit so übermannt, dass ich mich hingelegt habe und auch wenn Magda und ich Pläne geschmiedet haben, um abends zusammen wegzugehen, haben wir stattdessen beide tief und fest geschlafen.

Am nächsten Morgen bin ich daher frisch und erholt morgens aufgestanden und bin in die Stadt gegangen, um sie mir anzusehen und alles auf mich wirken zu lassen. Schon nach wenigen Minuten mochte ich Havanna sehr und es schien genauso zu sein, wie ich es mir vorgestellt habe. Die vielen bunten und auseinander fallenden Häuser, die alten bunten Autos, überall Salsamusik, die Damen und Herren, die ihre Zigarren entweder rauchen oder einfach nur spazieren tragen, die Menschen, die entweder in weissen oder knalligen Kleidern durch die Strassen laufen – einfach toll. Ich war begeistert und wusste gar nicht, wohin ich zuerst schauen sollte. Ich bin ohne Stadtführer einfach so durch die Stadt geschlendert und habe meine Eindrücke gesammelt; auch wenn es hier viel politische Geschichte zu entdecken gibt, ich wollte mal schauen, ob die Bilder, die ich im Fernsehen gesehen habe der Wirklichkeit entsprechen. In Wirklichkeit ist hier alles noch viel eindrucksvoller als im Fernsehen. Alles läuft hier ein wenig anders, denn Kuba ist noch weit hinter dem ganzen Luxusrummel; in den Geschäften, die ganz anders als unsere aussehen, kann man entweder alles zusammen auf einem Haufen finden, oder eben nichts. Da kann es sein, dass die Deodorants zusammen mit Crackern in einer Reihe stehen, oder aber dass man im Schaufenster nur ein paar Klamotten und daneben eine Flasche Wein stehen sieht.

Nach einen so eindrucksvollen Tag war ich ein bisschen müde, aber als ich wieder im Hostel war, haben die anderen beschlossen abends wegzugehen und ich habe mich ihnen angeschlossen. Wir wollten uns zuerst die schon seit 500 Jahren stattfindende Schießzeremonie am anderen Ufer von Havanna (Casablanca) ansehen, sind aber leider etwas zu spät gestartet und haben sie verpasst, nicht zuletzt deshalb, weil unterwegs einige der 7köpfigen Gruppe Hunger bekamen und wir fürs Essen stoppen mussten.
Daher haben wir die Pläne geändert und sind entlang des Malecons geschlendert, haben mit einem Straßenmusiker ein bisschen getanzt und gesungen, haben im Hostel (weil einige sich umziehen mussten) noch ein paar Getränke genossen und sind dann in einen Klub gefahren (zu siebent in einem Auto 😉 ), um dort bis in die frühen Morgenstunden zu tanzen. Ein toller Abend.

Bevor wir uns alle im Hostel wiederfanden, sind Andreas und ich durch den Stadtteil Vedado spazieren gegangen. Es gab dort kaum Touristen, dafür viele Einheimischen, die sich auf den Strassen zusammen fanden und tanzten oder sangen, Schach oder Karten spielten und den Abend genossen. Es machte einen großen Eindruck auf mich und erinnerte mich daran, wie wir früher (als ich noch Kind war) auf der Strasse vor dem Haus gespielt haben – ein Leben ohne Internet hat eben viele Vorteile.

Da ich mir aber die Schießzeremonie nicht entgehen lassen wollte, bin ich am nächsten Tag alleine in Richtung Casablanca aufgebrochen und habe auch recht schnell die Stelle gefunden, von wo aus die Fähre dahin fährt. Auf meine Frage hin wieviel es kostet, hat man mich nur komisch angeschaut und meinte ich sollte es beim Raufgehen auf die Fähre bezahlen. Ich war etwas verwundert, aber machte, was man mir sagte. Als ich dann dem dort kassierendem Mann Geld geben wollte und ihn nochmals nach dem Preis fragte, nuschelte er nur etwas, das ich nicht verstanden habe. Erst als nach ein paar misslungenen Versuchen eine Amerikanerin, Priya zu mir kam und mir das Prozedere erklärte, habe ich begriffen wie es funktioniert. Der Preis für die Überfahrt beträgt die kleinste Münze, die man im Geldbeutel hat …… meine kleinste Münze war CUC 0,05 also habe ich diese bezahlt und 10 Minuten später war ich auf Casablanca. Da alle Touristen in eine Richtung gehen, war ich Priya auf den Fersen geblieben und nachdem wir uns die Christusstaue, die viel kleiner als die in Rio de Janeiro ausfällt, aber dafür umso schöner und aus purem Marmor ist, angesehen haben, beschlossen wir den Rest auch zusammen zu erkunden. Das Ziel war die Burg, wo die Zeremonie statt fand. Auf dem Weg dahin kamen wir aber am Che-Haus und dem Militärmuseum vorbei, wo unter anderem Teile der von den Kubanern abgeschossenen Maschine auf dem Rasen sich befinden. Wir liefen dann weiter die Strasse entlang und als uns ein paar Einheimische auf Skateboards und Inlinern passierten, schrie einer davon so laut in mein Ohr, dass ich für die kommenden (gefühlten) Minuten ein hohes Piepsen im Ohr hatte. Leider freuen sich nicht alle, dass Touristen nach Kuba kommen.

Wie auch immer, nachdem das Piepsen aufgehört hat, sind wir zur Burg gegangen, haben den Einritt von CUC 6 (wenn man sie abends kauft, kostet es CUC 8,50) bezahlt und haben uns alles angesehen. Da wir noch etwas Zeit hatten, bevor die Zeremonie begann, sind wir wieder raus gegangen und sind noch ein wenig rumspaziert. Unter anderem wollte ich zur Toilette. Wider Auskunft war die Toilette doch im Inneren der Burg und nicht draussen. Als wir 2 Stunden später zu der Zeremonie kamen und unsere Eintrittskarten wieder vorlegten (die sind den ganzen Tag lang gültig), wurde ich sofort als die ‚Toilettenfrau‘ identifiziert und mit viel Gelächter wurden wir reingelassen.

Es ist ein alles ein wenig unorganisiert bei der Zeremonie, denn man weiss gar nicht genau, wo man sich hinstellen soll, damit man einen guten Ausblick hat. Zuerst laufen die als Soldaten verkleideten Männer über den ganzen Vorhof der Burg und dann erst gehen sie zu der Kanone, um den Schuss abzugeben. Früher diente der Schuss dazu, die Bewohner Havanna‘s daran zu erinnern, dass der Tag zu Ende geht und man sich daheim einfinden sollte. Heute ist es nur noch Show, die nett ist. Ich finde nicht, dass es die beste Vorführung meines Lebens war, aber es war ohnehin nett sie gesehen zu haben.

Danach sind wir – wir haben noch Andreas getroffen – alle zusammen mit der Fähre wieder ans andere Ufer gefahren und beendeten den Tag, wie von den Soldaten beabsichtigt. Casablanca ist nur eine Landzunge, daher gibt es auch einen Tunnel durch den man dahin gelangen kann. Das machen sich die Taxifahrer, die die Touristen nach der Zeremonie abfangen und ihnen erzählen, dass die Fähre nicht mehr fährt, zunutze. Faktisch fährt die letzte Fähre um 23.30 Uhr; man hat also genug Zeit nach der halbstündigen Zeremonie die Fähre zu einem sehr günstigen Preis zu nutzen.

Als ich zum ersten Mal auf Casablanca war, hat man mir am gleichen Tag in der Touristeninformation gesagt, dass das Che-Haus nur bis mittags geöffnet sei. Daher bin ich auch erst nachmittags gefahren, da ich es zeitlich eh nicht mehr geschafft hätte dort zeitig anzukommen. Schlussendlich stellte es sich raus, dass es bis 18 Uhr offen ist. Deshalb habe ich es vorgesehen, bevor ich Havanna verlasse, nochmals hinzufahren und es mir anzusehen.
Es ist nicht das Haus, in dem Che dauerhaft lebte, sondern nur zur Zeit seines Aufenthaltes in Havanna. Er traf auch alle politischen und strategischen Entscheidungen von hier aus. Es ist nicht besonders groß oder imposant und hat nur ein paar Räume in denen meist Bilder von Che hängen oder ein paar seiner persönlichen Kleinigkeiten (wie beispielsweise eine Bombicha) in Schaukästen ausgestellt sind. Der Eintrittspreis von CUC 6 ist relativ hoch, für das was man da zu sehen bekommt, aber nun ja – ich wollte es sehen, ich habe es gesehen und muss kein zweites Mal reingehen. 😉

Nach gut zwei Wochen des um Kuba Reisens, kam ich am 23. November 2017 nach einem verkürzten Aufenthalt in Las Terrazas wieder nach Havanna zurück. Ich fühlte mich direkt wieder wie daheim.
Um nicht schon wieder von Bettwanzen gebissen zu werden, habe ich mich im Hostel Backpackers Paradise einquartiert, auch wenn ich die erste Nacht auf der Terrasse in der Hängematte geschlafen habe, weil alle Betten belegt waren. Weil ich kein Internet hatte, konnte ich nicht im Voraus buchen, daher bin ich nach meiner Ankunft einfach auf gut Glück dahin gegangen und habe nach einem Bett gefragt; ich musste also auch mit einer Absage rechnen. Nachdem ich von Cajsa und Frida gehört habe, dass es bei Rolands Backpackers immer noch Bettwanzen gibt, bin ich zur Konkurrenz gegangen und wurde erst in der vorletzten Nacht nur von Ameisen gebissen …. nun ja, irgendwas ist ja immer. 🙂 🙂 🙂

Aber ich habe die Zeit in Havanna trotzdem sehr genossen. Zusammen mit Rose aus Neuseeland habe ich endlich die heissbegehrte Stadttour mit dem Oldtimer gemacht. Wir haben sogar ausgehandelt, dass unsere Tour zum Busbahnhof führt, damit Rose sich ein Busticket für die nächsten Tage kaufen kann und so nicht noch extra hinfahren muss. Wir hatten viel Spaß und genossen den sonnigen Tag im Chevy Cabriolet.